Donnerstag, 05. Mai  2016
Wir sind gerade in Moab

7. Fahretappe: Torrey - Moab 380 Kilometer

Dem Colorado bei der Arbeit zugeschaut

Wir dachten, die gestrige Etappe durch die verschiedensten Felsenlandschaften könne man nicht mehr toppen, doch wir haben uns getäuscht. 

Na ja, toppen ist vielleicht der falsche Ausdruck aber gleichziehen . . . . das konnte die Fahrt durch den Capital Reef und den Canyonland Nationalpark. 

Der erste dieser Nationalparks begann kaum, daß wir am frühen Morgen losgefahren waren.

 So macht Auto fahren Spaß: Ohne Verkehr gemütlich zwischen den gigantischen roten Felsen herumkurven.

Wie gestern, so sahen auch heute die vielen Bergfelsen wieder alle ganz unterschiedlich aus. Unterschiedlich in Farbe, Form und Größe.....und das Ganze auf nur wenigen Kilometern Abstand. Der Capitol Reef Nationalpark hatte seinen Namen einst bekommen, weil dieser weiße Felsen an das Capitol in Washington erinnert.

Erst intensiv rot, dann dieses Schneeweiß des Capitols, später wurden die Steinriesen um uns herum gelb, schwarz, bunt und dann wieder rot. Bei der Anfahrt zum nächsten Nationalpark fühlten wir uns ziemlich winzig zwischen all den Felsbrocken.

Der Besuch des Canyonlands Nationalparks war nämlich ein weiteres Highlight unserer heutigen Etappe. 

Der Colorado und der Green River haben bis zu 660 Meter tiefe Schluchten in das Hochplateau geschnitten, auf dem wir mit den Wohnmobilen herumfahren durften.

 

Auf dem Colorado-Plateau erwarteten uns einige geteerte Straßen und viele Parkplätze an Aussichtspunkten, so daß wir mit unseren rollenden Ferienhäuschen fast direkt bis an die Abbruchkante heranfahren konnten.

Wie etwa am Grand View Overlook. Hier hat der Colorado tiefe Einschnitte erschaffen, die wir zusammen mit der weißen Abbruchkante fast aus der Vogelperspektive bewundern konnten.

Überall gab es die Möglichkeit auszusteigen, um auf kleinen Wanderungen die umwerfende Landschaft noch intensiver zu erleben.

Unser Lieblingsfelsen war der Candlestick Tower, der stolz vom Grunde des Canyons in die Höhe ragt. Beeindruckend, oder?

Um dem Colorado River richtig bei der Arbeit zuzusehen, schauten wir noch am Dead Horse Point vorbei. Hier wurden früher Pferde gezüchtet, für die die Abbruchkanten der Schlucht eine natürliche Einzäunung waren. Wegen der extremen Trockenheit bei nur etwa 25 cm Niederschlag im Jahr überlebten nicht alle Tiere diese Form der Gefangenschaft und gaben so dem "Dead Horse Point" seinen Namen.

Die blühenden Kakteen scheinen sich an das trockene Klima gut angepaßt zu haben und erfreuten uns mit ihrer leuchtenden Farbe. Zu gern hätten wir auch eine der vielen Schlangen gesehen, die dort ansässig sein sollen. Bis auf eine totgefahrene kreuzte jedoch keine unseren Weg.

Auch wenn wir alles gegeben haben, um die Faszination dieser unbeschreiblich schönen Landschaft abzubilden, so kann kein Foto das zeigen, was das menschliche Auge sieht. Auf über 1700 Meter Höhe stehend schaut man auf den 600 Meter tiefer liegenden Colorado, der an dieser Stelle eine 180°-Kehre macht.

Mit 2300 Kilometern Länge ist der Colorado einer der größten Flüsse der USA. Er entspringt als kleiner Gebirgsbach in den Rocky Mountains und versorgt Las Vegas mit Wasser, gräbt sich durch den Canyonlands Nationalpark und wird uns am Grand Canyon noch einmal begegnen. Heute haben wir ihm schon einmal andächtig bei der Arbeit zugeschaut......


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