Mittwoch, 18. Juni 2014 
 

Fahrtag 45: Grootfontein - Namutoni (Etosha-Pfanne) 166 Kilometer

Grüße vom Wasserloch

Heute ist die Reisegruppe in der berühmten Etosha-Pfanne angekommen.

Hier kann nun jeder mit seinem eigenen Fahrzeug drei Tage lang auf Safari gehen und alle Wege im Nationalpark abfahren wie er möchte. Als wir uns im Camp Namutoni zunächst einmal alle registriert hatten, schauten wir in der Rezeption im großen Buch nach, in dem jeder seine Tiersichtungen eintragen kann. Hans-Hermann fühlte sich von dem heutigen Eintrag wie elektrisiert:

"12 Löwen, Wasserloch Chudop, 8 Uhr."

Ein Blick auf die Karte zeigte, daß diese natürliche Wasserstelle nur etwa acht Kilometer vom Camp entfernt liegt. Und da wir Reiseleiter nichts so spannend finden wie ein Rudel Löwen, machten wir einen Plan. Wir ließen Safari Safari sein und genehmigten uns erst einmal ein ausgiebiges zweites Frühstück. Immerhin hatten wir alle Reiseteilnehmer bis ins Camp gebracht, alle Formalitäten erledigt und jeden mit Informationen ausgestattet. 

Gegen Mittag fuhren wir dann nicht kreuz und quer durch den Nationalpark, sondern nur das kleine Stück bis zu dem bewußten Wasserloch und legten uns dort auf die Lauer. Wenn die Löwen am Morgen dort waren, dann war die Chance groß, daß sie am Nachmittag nach der größten Hitze noch einmal zum Trinken kommen würden.

Ausgestattet mit Laptop, Thermoskanne, Kuchenstücken, Fotoapparat und Fernglas wollten wir ausharren, bis sich die Löwen zeigen. Derweil war am Wasserloch ein Kommen und Gehen. Antilopen, Zebras, Gnus und Giraffen näherten sich ausgesprochen zögernd und starrten immer wieder ängstlich in eine Richtung, bevor der Durst die Oberhand gewann.

Wir suchten mit dem Fernglas die Gegend ab, in die die Tiere schauten, konnten aber nichts entdecken. Auf dem Parkplatz des Wasserlochs herrschte ebenfalls ein stetes Kommen und Gehen. Jeeps kamen angefahren, der Motor wurde ausgemacht, die Besatzung schaute mal länger, mal kürzer aufs Wasser und verschwand dann wieder. Wir freuten uns an den Tieren, die bereits zu sehen waren und warteten weiterhin auf die Raubkatzen.

Dann plötzlich schnappte sich Hans-Hermann das Fernglas, schaute in die weite Buschlandschaft und rief aufgeregt: "Da sind sie!" Und tatsächlich konnte man ziemlich weit weg drei Löwenweibchen sehen, wie sie sich kurz von einem Schattenplatz zum nächsten bewegten, bevor sie sich wieder ins Dickicht fallen ließen.

Nun wußten wir erstens, daß das Rudel noch in der Nähe war - was eigentlich typisch für diese territorialen Raubtiere ist - und zweitens wußten wir "wo" sie sind. Alles, was nun nötig war, war Geduld. Weiterhin beobachteten wir mit einem Auge das Wasserloch, in dem sich die Tiere hübsch spiegelten, mit dem anderen scannte Hans-Hermann das Löwenquartier und meldete jede Bewegung.

Leider tickte die Uhr unaufhaltsam vor sich hin, doch die Löwen schienen alle Zeit der Welt zu haben. Schließlich mußten sie nicht wie wir bei Sonnenuntergang zurück im Camp sein. Große Tafeln zeigen die genaue Zeit an, zu der die Tore schließen.

17:26 Uhr war unsere Deadline.

Als wir sahen, wie die Sonne immer tiefer sank, gaben wir unseren Beobachtungsposten schließlich auf.

Schade, die Löwen hatten sich nicht bis zum Wasserloch begeben, sondern blieben versteckt im hohen Gras. So ist das Foto des Tages nicht - wie erhofft - ein trinkender Löwe, sondern eine Giraffe, die ihr Spiegelbild küßt. Auch nicht schlecht, oder? Morgen ist wieder ein neuer Tag....wer weiß, was er für uns bereit hält.


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