Montag, 03. Juni  2019

Wir sind gerade in Valdez

Seefahrt durch den Prince William Sound

In Alaska ist der Sommer angekommen. Es begleiteten uns hellgrüne Laubbäume auf unserer heutigen Etappe, die wir im schönsten Morgenlicht in Angriff nahmen, denn die Fahrt war ausnahmsweise einmal Terminsache.
 
 
Für uns war die Fähre nach Valdez reserviert worden, die nur alle paar Tage fährt. Wer es heute nicht bis 13 Uhr zur Ablegestelle geschafft hätte, der hätte auch morgen nicht, - aber vielleicht übermorgen durch den Prince William Fjord fahren können. Aber nur vielleicht, denn diese Passage ist meist ausgebucht. Wer aber früh genug losgefahren war, der konnte am Portage Gletscher noch schöne Fotos machen.
 
 
Besonders ruhig sind die Seen immer am Morgen, so daß die Spiegelung zu ganz besonderen Aufnahmen führt.......wo Wolkenweiß den Schnee berührt und Himmelblau das Wasser spürt. 
 
 
Bevor wir uns alle am Fährterminal treffen konnten, war aber noch ein kleines Hindernis eingebaut. Es galt einen "nur" vier Kilometer langen Tunnel zu durchfahren, der jedoch einspurig war und ab und zu fährt auch noch ein Zug auf derselben Fahrbahn. Daher wird der Tunnel nur alle halbe Stunde für 15 Minuten in jede Richtung geöffnet. Als wir eintrafen, waren gerade alle Schranken geschlossen und wir mußten uns auf eine kleine Wartezeit einstellen. 
Dann ging's aber los. Die Tunneleinfahrt erschien eher wie ein Kirchengebäude, innen wurde es dann gruselig dunkel und eng.
 
 
Nach vier Kilometern spuckte uns der Berg auf der anderen Seite wieder aus. Wir kamen in das kleine Hafenstädtchen Whittier, das bis zum Jahr 2000 nur per Boot oder Zug zu erreichen gewesen war. Erst dann hatte man den Eisenbahn-Tunnel mit einer Straßenspur ausgestattet. Die Fährpassage, auf die wir uns alle freuten, gilt als einer der Alaska Highways.
 
 
200 Menschen leben in Whittier und wahrscheinlich haben alle ein Boot......
 
 
Nach dem Einchecken am Fährterminal reihten sich unsere Fahrzeuge brav auf. Wie gut, daß die Tickets vor langer Zeit bestellt worden waren, denn unsere Gruppe nahm den Großteil der Ladefläche ein. Bald erschien schon die Aurora und ließ uns alle an Bord.
 
 
Die Schifffahrt durch den Prince William Sound ist ein landschaftlich ausgesprochen reizvolles Unterfangen. Es ist quasi eine Bucht im Golf von Alaska mit knapp 5000 Kilometern Küstenlinie - so zerklüftet und von unzähligen Inseln durchsetzt ist diese Gegend. Werner nahm auf dem Oberdeck ein Sonnenbad, während dicht bewaldete Felseninseln an ihm vorüber zogen.
 
 
Ein anderes Mal zogen Eisschollen vorüber, die gerade von einem nahe gelegenen Gletscher gekalbt waren. Eine traumhafte schöne Etappe, auf der wir eine große Strecke zurück legten und dennoch nicht weit selber fahren mußten.
 
 
Nach sechs Stunden auf ruhiger See sind wir in Valdez angekommen. Das kleine Städtchen hatte traurige Berühmtheit erlangt, als im März 1989 der Öltanker Exxon Valdez kurz nach Verlassen des Hafens auf Grund lief und eine Umweltkatastrophe auslöste. Bei unserer Ankunft konnten wir die Öltanks sehen, aus denen die Schiffe beladen werden. Hier endet nämlich die Trans-Alaska-Pipeline. 
 
Damit endet auch unser heutiger Bericht. Für morgen freuen wir uns alle auf einen Verweiltag zur individuellen Nutzung, denn wir werden zwei Nächte auf unserem Campingplatz in der Nähe des Hafens bleiben.


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