Dienstag, 05. März 2013

Fahrtag: Vera/Costa - Roquetas de Mar 111 Kilometer - Regen, Wolken, Sonne 16 Grad

Man darf jetzt nicht alles so schlecht reden, wie es wirklich war!
 

Kennt Ihr sie? Diese Tage, an denen man abends denkt: "Wäre ich doch lieber gar nicht erst aufgestanden - dann hätte ich auch nichts verpaßt." Heute war genau so ein Tag. Und das kam so:

1) Morgens grauer Himmel.

Da dürfen wir nicht meckern, denn das haben 80 Millionen Bundesbürger abzüglich der gefühlt (!) 5 Millionen Überwinterer nun wochenlang erdulden müssen. Trotzdem nicht gerade ein Pluspunkt für diesen Dienstag.

2) Weiterfahrt durch karge Landschaft.

Da dürfen wir nicht schimpfen. Diese unwirtlichen Geröllberge begleiten uns nun schon seit hunderten von Kilometern an der Küste entlang. Es ist eben wie's ist.

 

3) Bei Ankunft in Roquetas de Mar lockt uns das Navi in eine Falle.

Da dürfen wir nicht fluchen. Das Schild kündigte eindeutig eine enge Straße an. Da wir bis dahin aber schon auf einer sehr schmalen Straße gekommen waren, dachten wir, wir seien "behind the point of no return". Wir entschieden uns für "Augen zu und durch", denn man hofft ja häufig wider besseren Wissen, daß es nicht NOCH schlimmer kommen kann. Aber wir lernten: "Schlimmer geht immer!"

 

Also lief Kathrin vorweg und bog spitze Zweige von der Straße, nahm Maß, wieviel Zentimeter die kostbare Phoenixwand noch von den rauen Steinen entfernt war, während Hans-Hermann auf der Fahrerseite mit dem Abstand zu Laternenpfählen und ausladenden Bäumen kämpfte.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h ist ein Scherz, hier fährt man langsamer als Schritttempo. Wie sehr wir in Bedrängnis waren, sieht man daran, daß Kathrin sogar komplett vergessen hat, von dieser Aktion ein Foto zu schießen. Also mußte das Fahrrad abends als Maßstab herhalten. Und es handelt sich tatsächlich nicht um einen Radweg!

 

4) Einfahrt Campingplatz vielversprechend - hält aber nicht, was sie verspricht.

Da dürfen wir nicht stöhnen. Wir hätten es wissen müssen, daß jeder die Plätze anders beurteilt. Wir waren auf positives Hörensagen hergefahren und können diesem Campingplatz nichts abgewinnen. Spanien hat Palmen, meist blauen Himmel, klares Wasser und traumhaftes Wetter. Aber entlang der Küste nicht viel mehr. Die Palmen täuschen ein Urlaubsparadies vor - aber was gäben wir für Eichenwälder und deutsche Stellplätze!

 

5) Platzsuche gestaltet sich schwierig.

Da dürfen wir nicht murren.

Wir sind nun einmal 3,40 m hoch und damit für viele Campingplätze nicht wirklich geeignet. Wegen der zu erwartenden Hitze im Hochsommer gibt es überall Gestänge, über die dann grüne schattenspendende Matten gezogen werden. Da passen wir nicht drunter. So parkten wir an der Rezeption und suchten zu Fuß einen Platz. War echt schwierig. Aber, das Glück war uns hold!, wir fanden einen hübschen Randplatz an einer Palme ohne Höhenbegrenzung.

Also eingeparkt, Blumen aus der Dusche geholt, unsere Orchideen von stützenden Kissen befreit und was man sonst noch so alles richtet, wenn man sich einrichtet. Kathrin flitzte wieder zurück zur Rezeption und meldete die Platznummer, damit der Strom freigeschaltet werden konnte. Der Wasserkocher bereitete Teewasser. Die Sonne kam hervor. Alles gut. Wir atmeten durch. Der Tag sollte doch noch schön enden.

Aber erst hatten wir Pech und dann verließ uns auch noch das Glück. Denn ein deutscher Wohnmobil-Fahrer klopfte an und behauptete, diesen unseren Platz reserviert zu haben für die nächsten drei Wochen. Der Herr an der Rezeption hatte uns freie Platzwahl zugesagt und bei Bekanntgabe unserer Wahl keinen Protest angemeldet. Was nun? Wir packten wieder zusammen: Stromkabel raus, Blumen rein usw. Warum soll man sich streiten?

Also wieder zu Fuß los, um einen anderen Platz zu finden. Wir wollen Euch nicht weiter mit Details langweilen.....nur so viel: Nach drei Stunden (ungelogen!) und unzähligen Besuchen in der Rezeption, um die Formalitäten zu klären, den Platz umzumelden, den Strom umzulegen und und und, hatten wir endlich einen gedeckten Tisch vor der Tür. An Kathrins Gesicht könnt Ihr in etwa ablesen, wie der Tag war.

 

Wie Fotos doch trügen können! Etwa fünf Minuten später ging die Sonne unter und wir räumten den Tisch noch während der Mahlzeit leer und verzogen uns nach drinnen, denn der Tee wurde kalt.

Ja, wären wir doch heute Morgen einfach im Bett geblieben, dann ......ja dann.....ja dann hätten wir am Abend gar nichts zu berichten gehabt!


 

 

 

 

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