Freitag, 05. April 2013

Fahrtag: Midelt - Fès 205 Kilometer, Schneesturm, Regen, Herbstwetter 10 Grad

Wir trinken uns das Wetter schön!
 
Gestern hatten wir die Kälte noch auf die Höhenlage geschoben und uns gefreut, daß wir am nächsten Tag weiterfahren würden. Konnte ja in Nordafrika eigentlich nur ein Ausrutscher sein!
 
Heute kamen wir vom Regen in die Traufe bzw. vom Sand- in den Schneesturm. Bei Regen auf 1500 m losgefahren, sahen wir beim Aufstieg zum "Col du Zeid" bald die ersten Schneeflocken. Am Morgen war der Pass noch gesperrt bis er geräumt wurde. Als wir kamen, konnten wir problemlos passieren.
Wir konnten bloß nicht fassen, daß wir eben noch in der Wüste waren und nun im dichten Schneetreiben.
 
Verrückte Welt!

Dann ging es aber ohne besondere Vorkommnisse weiter nach Fès. In der ehemaligen Landeshauptstadt gab es aber wieder einen ganzen Haufen Vorkommnisse.

Zunächst einmal stand unser reservierter Campingplatz fast komplett unter Wasser. Nördlich des Atlasgebirges hatte es nämlich - von uns völlig unbemerkt - in letzter Zeit viel geregnet. Auf dem lehmigen Platz standen wir knöcheltief im Morast. Glücklicherweise hat der Kuga-Olaf langjährige Marokko-Erfahrung und schickte daher seine neuen Reiseleiter zum Erkunden, während er die meisten Reiseteilnehmer auf dem Parkplatz eines großen Supermarktes um sich sammelte.

Nachdem der Platz für absolut ungeeignet befunden wurde, planten wir blitzschnell um und steuerten einen Ausweich-Campingplatz in der Nähe an. Auch dort prasselte der Regen nur so vom Himmel aber Kuga-Reisende wissen sich in solchen Fällen zu helfen.

Und damit sind wir auch schon bei den nächsten Vorkommnissen.

Die Markise von Josef und Anne kam nämlich so weit vor, daß alle Platz darunter fanden, um die beiden Bierfässer zu leeren, die plötzlich auf dem Tisch standen. Es ging das Gerücht um, daß auf diese Weise Hans-Hermann und Kathrins Einstand als Reiseleiter gefeiert werden sollte. Der Kuga-Chef hatte sich nämlich mit Töchterchen Stella wie angekündigt verabschiedet und nun steht die Feuerprobe für die "Neuen" bevor.

Da konnte sich Kathrin auch gegen das Bierchen nicht mehr wehren.

B
 

Es taten sich immer mehr Leute mit kulinarischen Spontaneinfällen hervor und Thea eröffnete eine Imbissbude, aus der sie frisch gepopptes Popcorn und tierisch gutes Knoblauchbrot herausreichte. Der arme Busfahrer, der uns morgen zur Stadtführung nach Meknes fahren soll . . . .

 

Alles in allem kann man jetzt schon sagen, daß diese Reisegruppe fast nicht mehr zu toppen ist. Nach drei Wochen gemeinsamer Fahrt durch Freud und Leid auf guten wie auf schlechten Straßen, auf schönen wie auf mittelprächtigen Übernachtungsplätzen, in trockener Hitze und feuchter Kälte sind alle immer gut drauf. Die gesamte Rundreise fühlte sich bisher an wie ein einziges großes Familienfest. Welch ein Geschenk, hier als Reiseleiter dabei sein zu dürfen!


 

 

 

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