Sonntag, 05. Mai  2019

Wir sind gerade in Ucluelet

 

Quer durch die Insel vom Pazifik zum Pazifik

 

Auf dem berühmten Trans-Canada Highway ging die Fahrt heute gut 100 Kilometer gen Norden, bis dieser TCH als Fährpassage hinüber aufs Festland verlief und nach insgesamt 7800 Kilometern an der Ostküste enden wird.

 

Entlang der gut ausgebauten Strecke gab es viel Interessantes zu sehen.

So kamen wir zum Beispiel durch das Städtchen Duncan, das sich selbst

"Stadt der Totempfähle"

nennt.

 

Auf einem Spazierweg durch den Ort konnten insgesamt 80 dieser indianischen Kunstwerke bestaunt werden. 

 

 

Der nächste Navi-Punkt führte uns in das alte Holzfäller-Städtchen Chemainus.

Der 3000-Seelen-Ort erlebte 1980 fast den wirtschaftlichen Zusammenbruch, als das riesige Sägewerk geschlossen wurde, von dem die ganze Stadt lebte. Also mußte man sich etwas einfallen lassen und lud Künstler aus ganz Kanada ein, die auf jeder freien Fläche überlebensgroße Wandgemälde erschufen.

 

Verewigt wurden so Begebenheiten aus der Stadtgeschichte, die meistens mit Holzfällerei zu tun haben - aber auch die indianischen Wurzeln dieses Landes gingen nicht vergessen.

 

 

Ein großes Wasserrad erinnert an die erste Sägemühle aus 1862. Überall auf den Fassaden der alten viktorianischen Häuser findet man gelebte Geschichte, wie zum Beispiel auf einem Café das Gesicht von Billy Thomas, dem ersten Kind europäischer Siedler in Chemainus, der seine gesamten 102 Lebensjahre in diesem Ort verbracht hat.

 

 

Mit einer kleinen Karte in der Hand kann man durch das Städtchen schlendern und hinter jeder Häuserecke ein neues Gemälde entdecken, wie die Dampflok zum Abtransport der Holzstämme oder den Gründer der örtlichen Pfadfinder.

 

 

Wir könnten noch viele schöne Exemplare dieser insgesamt 42 Kunstwerke vorstellen. Abschließend noch eine besonders hübsche Hauswand, auf der die Post von der Front des ersten Weltkrieges dargestellt ist.

 

 

Über 300.000 Besucher locken diese Murals, wie sie im Englischen heißen, jährlich in die Stadt. Auch wir waren heute in Chemainus und haben auf diese Weise einen ungewöhnlichen Stadtrundgang erlebt.

 

Man hätte noch lange verweilen können aber es mußten doch auch einige Kilometer bewältigt werden und der nächste lohnenswerte Stopp stand bald bevor:

Der Cathedral Trail!

Auf einer kleinen halbstündigen Wanderung ließen wir uns von riesigen Rotholzbäumen beeindrucken. Bis zu 800 Jahre lang wachsen sie nun schon in dem Himmel und wir konnten bloß staunen über diese Giganten. Aber auch kleine Waldblumen verzauberten vom Wegesrand.

 

 

Wie klein fühlt man sich doch im Vergleich zu diesen Baumriesen!

 

 

Auf dem Weg zur Westseite von Vancouver Island wurde die Landschaft irgendwann immer "kanadischer". Viel Grün, schneebedeckte Berge in der Ferne und schmaler werdende Straßen entlang von breiter werdenden Flüssen. Einfach nur schön anzusehen!

 

 

 

Wir legten noch einen Zwischenstopp am Sproat Lake ein, um die Jahrhunderte alten Petroglyphen zu bestaunen.

 

An einer Felswand hatten nämlich die Hupacasath Indianer Seemonster in den Stein geritzt, die bis heute erhalten geblieben sind.



Der kleine Wanderweg am Ufer duftete verführerisch nach den Nadelbäumen, deren ätherische Öle durch die warme Sonne freigesetzt wurden.



Im Fischerort Ucluelet ging schließlich ein langer ausgefüllter Tag zu Ende. Alle kamen zufrieden ins Ziel. So hatte man sich Kanada vorgestellt.



Morgen wollen wir den Pacific Rim National Park erkunden und zu einer Wal-Beobachtungstour aufbrechen. 
Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt. (Ernst Ferstl)

 


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