Samstag, 08. Juni  2019

Wir sind gerade in Skagway

Haines - Skagway 7 Kilometer & 29 Seemeilen

Viel Zeit hinterm Steuer verbrachten wir nicht an diesem Pfingstsamstag 2019. Bis zum Mittag wurde das Städtchen Haines zu Fuß erkundet. Das Wetter war so lala, bedeckt aber warm. Viel ist nicht zu sehen in der Main Street, der kleinen Hauptstraße, die bis hinunter zum Wasser reicht. Wir besuchten auch das alte Fort Seward, dessen Offiziershäuser in den frühen 1900er Jahren bereits Badewannen und Toiletten mit Wasserspülung hatten, während anderswo Plumsklos im Garten standen. Dann warfen wir noch einen letzten Blick auf den Fischerhafen und fuhren die 6,5 Kilometer bis zum Fähranleger. So weit, so entspannt!
 
 
Alle waren überpünktlich zur Stelle. Wir Reiseleiter hatten am Vortag bereits mit dem "Bodenpersonal" alles abgeklärt und sicher gestellt, daß unsere Reservierung auch im Computer war. Zwei Stunden vor geplanter Abfahrt checkten wir unsere Gruppe ein und holten für alle die Boarding-Pässe. Und schon ging‘s los. Rampe runter, rein in den Schiffsbauch, wenden und rückwärts in die Spur rollen. Nur eine Stunde sollte die Überfahrt dauern. 
 
Alle waren begeistert von der Fjordlandschaft und genossen die Seefahrt in vollen Zügen. Die Strecke von Haines nach Skagway ist das letzte Stück der Inside Passage, die sich entlang der Westküste Kanadas und Alaskas durch etwa 1000 Inseln hindurch immer tiefer hinein in die nordische Wildnis erstreckt. 
Gern hätten wir noch länger diese entspannte Art des Reisens genossen aber schon bald ging es in eine leichte Rechtskurve und wir konnten unseren Zielhafen sehen. Im Hafen von Skagway lagen zwei große Kreuzfahrtschiffe vor Anker und nun kam die SeaBridge-Gruppe auch noch dazu, um die City unsicher zu machen.
 
 

Das ehemalige Goldgräberstädtchen Skagway ist im Jahre 1898 stehen geblieben, als die Goldfelder am Klondike entdeckt wurden und sich über 100.000 hoffnungsfrohe Menschen auf den Weg machten, um ihr Glück zu suchen.

Mitten in Skagway erinnert eine Statue an diese Pioniere, die sich mitsamt ihrer Ausrüstung einen mühsamen Weg über die Berge suchen mußten.

 
Der Ort ist rein äußerlich zwar ein historisches Städtchen mit Holzbürgersteigen und Häusern, vor denen gut und gerne ein Cowboy sein Pferd anbinden könnte, aber das Zentrum sprudelt über vor modernen Souvenir-Geschäften, Juwelieren, Gaststätten und Cafés. Kein Wunder, legen doch jeden Tag aufs Neue riesige Kreuzfahrtschiffe im Hafen an.
 
 
Trotzdem ist der Charme der vorletzten Jahrhundertwende erhalten geblieben. Besonders zu spüren ist dies auch im Red Onion Saloon. Zur Goldrausch-Zeit florierte im Obergeschoß ein Bordell. Heute stehen die Leute Schlange, um einen Tisch im Saloon zu ergattern.
 
 
Aus der guten alten Zeit stammt auch die Schmalspurbahn, die heute noch in Benutzung ist und zur Freude der Touristen bis hinauf zum White Pass fährt.
 
 
In den mindestens acht Monaten, in denen in diesen Breitengraden Winter herrscht, kam eine Fräse zum Einsatz, die vor der Dampflok fuhr und sich durch die hohen Schneewehen kämpfte.
 
 
Auch wir werden morgen den White Pass erklimmen auf den Spuren der Goldgräber. Es ist die einzige Möglichkeit, Skagway auf dem Landweg zu verlassen. Jede noch so schöne Reise geht einmal zu Ende und so müssen auch wir unser Ziel Whitehorse ansteuern, wo sich der zweite Kreis schließen wird.


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