Sonntag, 12. Oktober 2014
 

Stadtbesichtigung: Ankara

Alt & Neu

In der Hauptstadt der Türkei leben mehr als 5 Millionen Menschen und die Stadt wächst ständig weiter.

Deshalb wird auch überall neu gebaut.

Ganze Stadtteile werden eindrucksvoll aus dem Boden gestampft.

Ob die Einwohner der Altstadt, die auf einer Anhöhe in der sogenannten Zitadelle leben, sich diese Wohnungen leisten könnten, ist eine andere Frage. Jedenfalls sind die von der Unesco unter Denkmalschutz gestellten Wohnhäuser meist noch bewohnt, obwohl sie in einem bedauernswürdigen Zustand sind.

Von den alten Stadtmauern aus hat man einen eindrucksvollen Blick über Ankara.

Ganz in der Nähe liegt das Museum für Anatolische Zivilisationen. Hier konnten wir uns die imposante Ausstellung der verschiedensten archäologischen Funde betrachten.

Viele Exponate waren in jahrelanger Kleinstarbeit aus winzigen Scherben wieder hergestellt worden.

Besonders beeindruckt hat uns eine Sammlung früher Briefe, die in Miniaturschrift auf Tontafeln geritzt und danach von Ton umgeben wurden, so daß der Empfänger die äußere Hülle zerschlagen mußte, um an den darunter liegenden Text zu gelangen.

Im Mittelsaal waren Großplastiken und Fresken ausgestellt; alles sehr schön beleuchtet und ansprechend. Ein lohnenswerter Museumsbesuch!

Wer in Ankara ist, der muß natürlich auch das monumentale Atatürk Mausoleum besuchen. Wir schlenderten über die von liegenden Löwen flankierte 30 m breite Paradestraße auf die symbolträchtige Grabstätte zu.

Bei der Ehrenwache links und rechts waren wir uns nicht sicher, ob es sich um lebende Menschen handelt.

Helga streichelte einem der Männer die Wange und erntete keinerlei Reaktion.

"Aber warm ist er", bemerkte sie...... 

Nach einer Stunde dürfen sich die armen Kerle wieder bewegen. Natürlich schauten wir bei der Wachablösung interessiert zu.

   

Das Mausoleum selbst ist 55 m breit, 72 m lang und stolze 21 m hoch. Der Leichnam des Gründers der türkischen Republik Kemal Atatürk wurde 1953, fünfzehn Jahre nach seinem Tod, hierher überführt.

Überall in der Türkei sieht man außerdem seine Statuen und Abbilder. Das Mausoleum gilt als wichtiger spiritueller Ort.

Ein kleiner Junge in Festtagskleidung wurde im geschmückten Wagen zum Mausoleum gefahren, wo er Atatürk seine Aufwartung macht, vor seiner eigenen Beschneidung.

Die eigentlich geplante Busrundfahrt durchs Regierungsviertel haben wir aus aktuellem Anlaß ausfallen lassen. Wie man in den Medien verfolgen konnte, wird in Ankara zur Zeit immer wieder demonstriert wegen der fehlenden Unterstützung der türkischen Regierung für die Kurden in Syrien. Wir fanden, man muß sich nicht sehenden Auges in einen solchen Brennpunkt begeben. Auch ohne diesen Programmpunkt haben wir wieder einen spannenden und informativen Tag erlebt.


zurück zum Tagebuch Oktober 2014 ⇒ 

 

 

 

Nach oben