Montag, 15. Oktober  2018

Wir sind gerade in Astara in der Nähe von Haviqh

 

 Jeder Abschied ist die Geburt einer Erinnerung

 Wir mußten Abschied nehmen vom Kaspischen Meer, das wir gestern gerade erst kennen gelernt hatten. Und dann bahnte sich noch ein weiterer Abschied an.....

 Am Morgen wurden am Strand die Fische nach alter Sitte gefangen. Wir fuhren entlang der Küste, wobei wir von der Straße aus das Wasser leider fast nie sehen konnten. Man mußte schon in Richtung Strand abbiegen. 

 

Dafür sahen wir direkt neben der Hauptstraße viele Verkaufsstände. Wie immer alle Sorten Obst, Nüsse und Gemüse aber auch fangfrischen Fisch, der ohne großen Aufwand angeboten wurde.  

 Die Händler winkten uns zu, freuten sich, uns zu sehen und priesen ihre Ware. 

 

Während die Käufer noch die Qualität prüften und diskutierten, welcher Fisch in die Pfanne soll, waren im Restaurant an unserem Übernachtungsplatz die Würfel bereits gefallen.

 

 In einer geheimen Aktion hatte die Gruppe schon vor Tagen ein rauschendes Abschiedsfest für uns Reiseleiter, Berichterstatter und China-Fans geplant und vorbereitet. Wir sollten zu einem Fischessen eingeladen werden mit Rahmenprogramm. Dazu muß man wissen, daß unsere Tage auf der Seidenstraße leider gezählt sind. Andere Aufträge in anderen Teilen der Welt verhindern, daß wir es bis zum Zielort Batumi schaffen. Leider müssen wir uns an der Grenze verabschieden. Wenn die Gruppe weiter nach Armenien und Georgien reist, nehmen wir die Abkürzung nach Australien. So wurde es ein Abend mit lachenden und weinenden Augen.

Georg gab den Conférencier.

 

Jeder hatte eine kreative Idee beigesteuert im Bastelclub „Flinker Finger, Scharfe Schere & Spitze Nadel“. Jeder drückte uns seine Wertschätzung mit eigenen philosophischen Beiträgen aus. Es fiel schwer, vor Rührung nicht zu zerfließen.

 

Und ganz zuletzt mußten wir auch an Dima denken, der in Russland immer von „stabiler Laune“ gesprochen hatte. Hey! Egal, was der Tag auch für uns bereit hält, mit diesem Zubehör vergeht uns das Lachen nicht.

 

 Unsere Jungs und Mädels in der „Stammgruppe Seidenstraße 2018“..... (Einige Teilnehmer hatten kürzlich aus persönlichen Gründen bereits den Heimweg angetreten, einige sind im Iran lieber auf eigene Faust unterwegs und einige Havaristen hängen derzeit in Teheran fest und erwarten übermorgen wieder einen Spezialtransport von Abenteuer Osten mit Ersatzteilen, um dann zu uns aufschließen zu können..  ) ....unsere Restgruppe - ja wie soll man den harten Kern passend nennen? - unsere Feierbiester.... haben heute Abend für stabile Laune und unvergeßliche Momente gesorgt.

 

Dabei haben wir noch ganze drei Tage gemeinsam vor uns. Morgen wollen wir in die Berge fahren. Sirous hat vorsichtig angekündigt, daß es wohl einigermaßen kalt werden wird. 

 Morgen wird auch der Tag sein, an dem sich unser Tim aus dem Mainzer Büro tatsächlich noch einmal in den Flieger setzen wird, um für alle drei liegen gebliebenen Fahrzeuge Teile aus Deutschland zu bringen. Der Aufwand ist enorm aber es ist die einzige Möglichkeit, um die Reisemobile wieder flott zu bekommen. Es ist und bleibt spannend auf dieser Tour. Aber heute Abend ist noch eine andere Dimension dazu gekommen: 

Jede Menge Herzblut!


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