Samstag, 18. Mai  2019

Wir sind gerade am Lake Muncho

Die zweite Etappe auf dem Alaska Highway

Hans-Hermann hatte in der Fahrerbesprechung gestern angekündigt, daß der nächste Streckenabschnitt sehr viel abwechslungsreicher werden würde als der letzte. Erstens würde er über zwei Pässe führen mit kurvigem Auf und Ab, zweitens an Flüssen und Seen vorbei und drittens durch eine sehr tierreiche Gegend.
 

Dies sollte sich bewahrheiten. Allerdings hatte niemand auch nur im Entferntesten mit dem gerechnet, was sich bald ereignete. Ein Schwarzbär stand am Straßenrand und schon hielten einige von unseren Tour-Teilnehmern an, um ihn besser beobachten und fotografieren zu können. Häufig sind die Tiere scheu und suchen schnell das Weite - bei diesem Exemplar war die Neugier stärker als sein Fluchtinstinkt.

Friedhelm hatte gesehen, daß der Bär auf die Fahrzeuge zugelaufen kam und wunderte sich, wo er abgeblieben war. Moment mal! Einmal rum ums Auto und dann müßte man den Kerl doch sehen.

Derweil hatte der Schwarzbär großes Interesse an Volkers Wohnmobil. Er schnüffelte überall herum und schaute frech ins Innere des Fahrzeugs. Wie gut, daß Friedhelm schnell wieder in sein Fahrerhaus geklettert war, als der Bursche auch seine Kühlerhaube inspizierte.

Mit einer ganzen Dosis Adrenalin im Blut ging die Fahrt schließlich weiter durch Birkenwälder, die gerade erwachten - im Hintergrund die nördlichen Rocky Mountains.

Auf dem 1300 Meter hohen Summitpass hatten wir die höchste Stelle des gesamten Alaska Highways erreicht. 

Der eigentlich hübsche türkisgrüne See war dort noch komplett zugefroren. Die ganze Strecke über waren wir heute fast allein unterwegs wie Trapper in der Wildnis.

Die Abfahrt verlief spektakulär durch eine Kalksteinschlucht. Was für ein Unterschied zu gestern.

Und dann hieß es wieder

"Vorsicht!".

Am Straßenrand fraßen ein paar Steinschafe das zarte gerade erst durchschießende Grün. Sie kraxelten über Felsbrocken und geröllige Steinfelder.

So erklärt sich wohl der Name.

 

Das Zusammentreffen mit dem eigentlich nachtaktiven Baumstachler war schon etwas Besonderes. Das Neuweltstachelschwein ist mit den Meerschweinchen verwandt und schaute uns aus großen Knopfaugen an, als wir anhielten, um Hallo zu sagen.

Immer wieder bot die Strecke heute wildromantische Abschnitte: Kurven, Uferstraßen, bewaldete Berghänge, einige Brücken und weite Flußtäler. Eine wahrhaft abwechslungsreiche Etappe!

Einige von uns meldeten im Ziel sogar Elchsichtungen. Wir könnten noch so viel mehr zeigen und erzählen........

Und dann hatten wir ihn erreicht: Lake Muncho! In der Sprache der Indianer bedeutet dies "großer See". Und tatsächlich hat er eine Ausdehnung von 12 Kilometern Länge und 6 Kilometern Breite. Seine jadegrüne Farbe verdankt er dem aus dem umgebenden Gestein ausgewaschenen Kupferoxyd.

Einen der wohl schönsten Übernachtungsplätze am Alaska Highway:

Die Northern Rockies Lodge

direkt am Seeufer!

Der Schweizer Besitzer kochte sogar ein Abendessen für die ganze Gruppe.

So schön ist Urlaub in Kanada!

 


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