Sonntag, 19. Mai  2019

Wir sind gerade in Watson Lake

Im Yukon Territory angekommen

Der Tag begann mit einem leckeren Frühstücksbüffet in der Northern Rockies Lodge, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Norden machten.  
 
Wir waren gerade einmal 60 Kilometer gefahren, da gab es im Roadbook die erste Empfehlung für einen Zwischenstopp. Die Liard River Hotspings luden zum Baden ein. Um zu dem Natur-Pool zu gelangen, mußten wir etwa 500 Meter auf einem Holzsteg über warme Sümpfe laufen.
 
 
Bald erreichten wir das klare Quellbecken. Kaum zu glauben! Wir fühlten uns wie in einem Zauberwald. Am Morgen hatten wir bei 8 Grad Innentemperatur im Wohnmobil die Heizung angeschmissen. Kurz zuvor waren wir bei der Anfahrt wieder einem Schwarzbären begegnet und jetzt standen wir vor einer grünen Oase, in der man bei 40 Grad Badetemperatur vergessen konnte, daß wir schon kurz vor Alaska sind.
 
 
Das heiße Quellwasser sprudelt mit 120 Litern pro Sekunde (!) durch den porösen Kalkstein und löst dabei Calzium und andere Mineralien. Wir waren ganz fasziniert von diesem verwunschenen Fleckchen Erde und viele unserer Tour-Teilnehmer genossen die wohltuende Wirkung des heißen Wassers. Schwer war es bloß, irgendwann wieder hinaus zu steigen aus dem klaren Alphapool, um die Fahr-Etappe fortzusetzen.
 
 

Dafür wurden wir kurz danach mit mehreren Bisonherden belohnt, die friedlich am Straßenrand grasten. 

Man konnte immer wieder anhalten und die gewaltigen Tiere aus der Nähe beobachten.

 
 
Die vielen Bären unterwegs wurden nach wie vor von allen akribisch erfaßt für die allabendliche Statistik. Am Liard River stoppten wir an einem besonders hübschen Aussichtspunkt, wo der über 1000 Kilometer lange Fluß in einer Kurve Stromschnellen erzeugt.
 
 

Kurz vor dem heutigen Tagesziel erreichten wir das Territorium Yukon. 38.000 Menschen leben hier auf einer Fläche 11 x so groß wie die Schweiz oder anders gesagt: Deutschland hat nur knapp 3/4 der Fläche wie Yukon mit der Einwohnerzahl einer mittleren Kleinstadt. 

Unvorstellbar diese Weite und Menschenleere.

Noch unvorstellbarer, daß wiederum 3/4 der Gesamtbevölkerung Yukons in der Hauptstadt Whitehorse wohnt, wo uns der Weg morgen hinführen wird. Heute Nacht schlafen wir in Watson Lake, einem kleinen Kaff, das aber Weltruhm erlangte für seinen Schilderwald. 1942 hatte nämlich ein Soldat, der beim Bau des Alaska Highways beschäftigt war, aus Heimweh ein Schild mit Entfernungsangabe zu seinem Heimatort hier aufgestellt. Seither wächst und gedeiht dieser Wald Tag für Tag.

Bernd und Monika hatten zuhause in Cottbus extra ein Orts-Schild anfertigen lassen 
und hängten es nun feierlich auf.
 
 
Man findet Ortsangaben aus der ganzen Welt und auch wenn wir kein neues Schild aufgehängt haben, so ließ sich doch ein Plätzchen finden, wo wir zumindest einen SeaBridge-Aufkleber anbringen konnten.
 
 


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