Sonntag, 19. August  2018
Wir sind gerade in Dunhuang

 

 

Huà Lóng Dian J─źng  (Dem Bild des Drachen Augen malen)

oder: Das Tüpfelchen auf dem i

 

Was wir heute in den berühmten Mogao-Grotten zu sehen bekamen, war in der Tat das i-Tüpfelchen, das Sahnehäubchen, der Höhepunkt unserer Buddhagrotten-Besichtigungen. Nach den Yungang-Grotten von Datong und den Longmen-Grotten von Luoyang, die schon extrem beeindruckend waren, waren wir nun von der heute gesehenen Farbenpracht der Jahrtausende alten Malereien komplett sprachlos. Das Blau, mit dem der Riese Asura inmitten von Donner- und Windgott gemalt wurde, ist aus Lapislazuli aus der westlichen Wei-Zeit um 540 nach Chr.. Hier wurden zwar keine Drachenaugen gemalt aber sehr viele andere Wesen bekamen ein Gesicht.

 

 

Nun muß man wissen, daß diese Grotten von den Chinesen eine sehr hohe Wertschätzung erfahren und

inzwischen in die Liste der UNESCO Weltkulturstätten aufgenommen wurden. Nur mit einem aufwendigen Verfahren kann man sich ihnen überhaupt nähern. Jürgen schenkte uns dazu eine ganz eigene bunte Sichtweise

auf diesen Touristenmagnet.

 

 

Da das Fotografieren innerhalb der Höhlen strengstens verboten ist, zeigt zumindest das angrenzende Museum einige originalgetreue Repliken. Wir bedanken uns bei Jürgen & Carmen, die unserem Tagesbericht mit ein paar Fotos zusätzliches Leben eingehaucht haben.

 

Erst im Jahr 1900 wurden die Höhlen von einem taoistischen Mönch wieder entdeckt. Oder vielmehr der wertvolle Schatz von verborgenen Schriftrollen darin, der einer versteckten Bibliothek gleicht. Die fast 1000 Grotten, die ab dem 4. Jahrhundert in die 1600 m lange und 25 m hohe Felswand gehauen worden waren, erlangten daraufhin zunehmende Beachtung. Heute hat man Mühe, das Touristen-Interesse zu kanalisieren.

 

 

Bereits vier Wochen vorher müssen Tickets gekauft und namentlich ausgestellt werden, um einen Handel auf dem Schwarzmarkt zu verhindern. Es wird ein genaues Zeitfenster zugeteilt, da man die Grotten nur im Rahmen einer Führung besichtigen darf. Wir hatten uns für die frühstmögliche Besichtigungszeit entschieden wohl wissend, daß die Temperaturen in der Wüstenstadt Dunhuang am Morgen am angenehmsten sind. Die Grotten sind durch Stahltüren vor Umwelteinflüssen geschützt. Ein Steinvorbau auf mehreren Etagen läßt nicht im Entferntesten erahnen, was sich dahinter verbirgt.

 

 

Bei der Führung darf man nur wenige Grotten betreten. Es ist absolut dunkel darin, um die Farben zu schützen. Die örtliche Fremdenführerin erklärte uns im Schein ihrer Taschenlampe die Einzelheiten in der Gestaltung der Statuen.

 

 

Wie bei den anderen Grotten auch, die wir früher besucht hatten, werden hauptsächlich Buddha und seine Schüler dargestellt. In jeder der uns offen stehenden Höhlen waren je nach Alter der Statuen die Gestaltungs-Stile wieder anders.

 

 

Damit die wertvollen Farben nicht von den Besuchern beschädigt werden, sind Glaswände schützend

aufgestellt worden.

 

 

Wir waren alle schwer beeindruckt von den uralten buddhistischen Kunstwerken. Wie gut, daß unser Yong Zhi in früheren Jahren die Höhlen schon bewundern konnte. Heute war er wieder einmal im Telefon-Stress, da er zwischendurch viele andere organisatorische Aufgaben übernimmt. Chang ist dafür wie ein Hütehund bemüht, die Gruppe zusammen zu halten. Mit den Beiden kann einfach nichts schief gehen!

 


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