J a h r e s r ü c k b l i c k    2 0 1 6 . . . . .

 

Die Welt ist aus den Fugen - die Welt steht Kopf - .....

und wir mittendrin und einmal drumrum!  

 

Seit unzähligen Jahren versuchen wir in den Tagen bevor das letzte Kalenderblatt abgerissen wird, die zurückliegenden 52 Wochen in Worte zu fassen und staunen zunehmend, wie schnell es wieder soweit ist. Als Einstimmung auf den großen Rückblick lesen wir natürlich nach, was wir an dieser Stelle im Jahr zuvor geschrieben haben. Und genau das gab uns dieses Mal zu denken.

Nach reichlichem Konsum solcher Zusammenfassungen in Presse und Fernsehen, fühlten wir uns wie gelähmt von all dem Schrecken, den 2016 in die Welt gebracht hat. Man mochte fast meinen, es gäbe keine positiven Nachrichten mehr. Umso mehr stach uns eine Frage ins Auge, die wir in 2015 am Ende unseres Rückblicks gestellt hatten: 

"Wenn alle ein schlechtes Jahr hatten, man selber aber ein gutes, muß man sich schlecht fühlen?"

 

Aha, die Stimmungslage in der Welt ist also schon länger im Keller! Dieter Nuhr fragte kürzlich in seinem Rückblick: "Wann ist uns das Staunen verloren gegangen?" Und der Oasis Sänger Liam Gallagher rief: "Haltet die Welt an, ich steige aus!"

 

Wir hatten da ein anderes Rezept. Wir wollten nicht aussteigen, wir wollten mittendrin sein in dieser Welt, in der IKEA fragt: "Wohnst Du noch oder lebst Du schon?" Ja, wir leben und wir wohnen überall auf dieser unserer Erde voller Wunder und Schönheit.

In Neuseeland sahen wir eine Werbung, die für uns zum Spruch des Jahres wurde. 

"The glass is half full and the other half was delicious" 

Nicht nur, daß wir Optimisten halb leere Gläser als halb volle empfinden...nein, wir freuen uns auch an der bereits verbrauchten Hälfte, die köstlich war.

Unser Leben war dicht in 2016, dicht gedrängt voller Erlebnisse, Begegnungen, Farben, Landschaften, Zeit- und Klimazonen. Und doch stimmen wir der Erkenntnis zu, daß nicht glücklich ist, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.

Was braucht man schon, wenn man fünf gesunde Kinder, fünf gesunde Enkel und Menschen hat, auf die man sich verlassen kann? Was braucht man mehr, wenn man selbst gesund ist und den verrückten Kuga-Olaf zum Freund hat? Dann wird man nämlich als Reiseleiter in die Welt geschickt von "A" wie Afrika bis "Z" wie Zabriskie Point im Tal des Todes. Zum Inselhopping nach "N" wie Neuseeland, "H" wie Hawaii oder "J" wie Jersey oder was ihm sonst noch so einfällt.

Sein und unser Lebensmotto deckt sich mit dem der Kanzlerin "Wir schaffen das". Und in der Tat haben wir bisher jede noch so brenzlige Situation geschafft - auch wenn wir im November verdammt nah dran waren an dem heftigen Erdbeben auf der Südinsel Neuseelands.

 

 

Insofern vergeben wir an die Kuga-Crew den Titel Mitmenschen des Jahres ebenso wie an Heinz & Regina, ohne die dieses Vagabunden-Leben nicht möglich wäre. Unser Briefkasten befindet sich nämlich nicht in Panama, sondern hängt an der Haustür unserer besten Freunde. Regina ist seit fast sieben Jahren unsere "Postministerin" und sendet uns eingescannte Steuerbescheide und Krankenkassenbriefe in alle Ecken der Welt. Ab und zu liefert sie persönlich aus und dann ist die Wiedersehensfreude jedes Mal groß.

 

 

Wir schauen nur selten Fernsehen - meist fahren wir ja in Mietmobilen am anderen Ende der Welt durch Wüsten oder Regenwälder - aber wenn, dann springen uns doch immer wieder pfiffige Werbeslogans ins Ohr.

 So sorgt die Süßigkeit Toffifee angeblich für "zusammener sein".

Boah, was für eine Schöpfung!

Auch wir werden mit Heinz & Regina im nächsten Jahr "zusammener sein". Sie werden uns für sieben Wochen nach Südafrika, Namibia und Botswana begleiten. Mit von der Partie sind außer vielen anderen lieben Menschen auch unsere Freunde Volker & Renate, die uns seit langer Zeit schon die Weihnachtszeit versüßen, ebenfalls im Wohnmobil leben und den Titel Lieblingsnachbarn des Jahres tragen. 

 

Geteiltes Glück ist bekanntlich doppeltes Glück, denn Afrika wird immer unsere große Liebe bleiben auch wenn wir in 2016 viele tolle Länder bereist haben. Die Traumstraßen des Jahres waren dabei die staubigen Pisten, auf denen uns Elefanten über den Weg liefen oder der Chapman's Peak Drive in Südafrika spektakulär zwischen Felsen und Atlantik.

 

 

Wir fuhren durch die beeindruckenden Landschaften der Nationalparks im Westen der USA, wo die Felsen grellrot leuchten wie Karottenpüree und die Kakteen höher sind als jeder Alkoven.

 

 

Zu den Traumstraßen des Jahres, die wir befahren durften, zählten natürlich auch die elf Haarnadelkurven der teils einspurigen Trollstigen in Norwegen und die Straße am Ufer des Lake Pukaki, dem intensiv türkisfarbenen Gletschersee von Neuseelands höchstem Berg, dem Mount Cook.

 

 

Auf der britischen Kanalinsel Jersey waren wir beeindruckt von der Schönheit der Hortensienalleen und unser Herz schlug höher beim Überqueren (allerdings nur zu Fuß) von La Cupeé, einer Engstelle auf der kleinen Insel Sarg, die ebenfalls zum Königreich gehört.

 

 

Diese Straßen führten uns zu Extrempunkten der Welt, zu den Superlativen des Jahres:

Wir standen zu zweit am südlichsten Punkt Afrikas, wo sich Indischer Ozean und Atlantik vereinen und sangen "Ich heb' ab, nichts hält mich am Boden". Wir kämpften am südwestlichsten Punkt Afrikas mit vielen Touristen um einen freien Platz fürs Foto am Kap der Guten Hoffnung.

 

 

Am tiefsten Punkt der USA gut 80 Meter unter dem Meeresspiegel schmorten wir in der Hitze des Death Valley, während wir am Nordkap nur noch 2100 Kilometer vom Nordpol entfernt im Nebel die Hand vor Augen nicht sehen konnten.

Wir besuchten sowohl den südlichsten als auch den nördlichsten Punkt Neuseelands. Auch hier Nebel aber das unbeschreibliche Gefühl, das einen beschleicht, wenn man irgendwo am Ende der Welt angekommen ist.

 

 

Um zu all diesen herausragenden Plätzen der Erde zu gelangen, benutzten wir natürlich nicht nur Wohnmobile. Wir bestiegen Flugzeuge in allen Größen, ließen uns von Fähren über die verschiedensten Wasserstraßen befördern, fuhren in Jeeps durchs Löwengebiet, im Cable Car durch die berühmten Straßen von San Francisco, mit einem Postschiff nördlich des Polarkreises der Mitternachtssonne entgegen und mit Traktor-Shuttle und Pferdekutsche auf der autofreien Kanalinsel Sark.

Die Wahl zum Fortbewegungsmittel des Jahres gewinnt allerdings das Amphibienfahrzeug

Charming Nancy,

mit dem wir auf der Insel Jersey trockenen Fußes das Watt durchquerten.

 Das läßt uns an all die skurrilen Begegnungen des Jahres denken. 

Was tun, wenn zwei riesige Elefantenbullen auf Dich zukommen? Antwort: Still halten und Auge in Auge mit diesen sanften Riesen sich vielleicht an die aktuelle Peugeot-Werbung erinnern. Dort heißt es nämlich: "Was, wenn die Realität das spannendste Erlebnis wäre, das man sich vorstellen kann?" Also, wir finden die Realität um uns herum ziemlich spannend.

 

 

Auch wenn die Nashörner am Wasserloch uns herausfordernd anschauen als wollten sie sagen: "Was guck'ste so?" Das Drehbuch der Realität sieht dann keinen Zaun vor zwischen uns und den Kolossen. Liebe Werbetexter, noch spannender müssen die Erlebnisse nicht werden - wahrlich nicht.

 

 

In den afrikanischen Townships hatten wir liebenswerte Begegnungen mit Menschen, die so viel weniger Luxus kennen als wir und doch mit sich und dem Leben zufrieden scheinen. Das bewegt uns immer tief.

 

 

Besonders stachelige und besonders glitschig glatte Kameraden trafen wir auf unseren Wegen durch die USA.

 

 

Und dann waren da noch das Treffen mit den Simpsons in Los Angeles und mit dem Wichtel, dem Helfer des Weihnachtsmanns, am Polarkreis in Finnland. Was so alles in ein einziges Jahr hinein paßt - unglaublich!

 

 

Auch der Maori, der kriegerische Ureinwohner Neuseelands und der polynesische Fackelträger auf Hawaii gehörten zu den Begegnungen des Jahres.

 

 

Die Menschen, die 2016 zu dem gemacht haben, was es war, sind unter anderem natürlich auch unsere Reisegruppen. Ein besonders nettes Team war mit uns im Sommer in Skandinavien unterwegs. Mit ihnen erlebten wir das Sportereignis des Jahres: Die Fußball-Europameisterschaft. Das wohl spannendste Spiel der deutschen Mannschaft sahen wir unter schwierigen Bedingungen in Stockholm. Es war kalt, es war naß und auf dem Campingplatz hatten unsere SAT-Schüsseln keinen Empfang. Doch wie immer waren wir uns sicher:

Wir schaffen das!

In einer "Strandbar" - was auch immer die Menschen im kalten hohen Norden darunter verstehen - gelang es uns, Plätze für unsere Gruppe zum Public Viewing zu ergattern. Beim Elfmeterkrimi konnten wir "zusammener sein" und schrien unsere Mannschaft zum Sieg und damit ins Halbfinale.

 

 

Daß letztendlich die Portugiesen den EM-Titel nach Hause holten, war nach diesem sensationell gewonnenen Spiel zweitrangig und längst vergessen, als Hans-Hermann die Schampuskorken zu Beginn der nächsten Reise knallen ließ. "Gönn Dir mehr yes" textet der Bezahlsender Sky in seinem Werbeslogan. Also warum nicht Champagner in der Champagne? Wieder umgibt uns eine supernette Gruppe, mit der wir dann durch Nordfrankreich und die britischen Kanalinseln fahren.

 

 

Bei jeder abendlichen Fahrerbesprechung fragten wir uns, welches wohl diejenige sein wird, die den Titel für 2016 gewinnt. Liebenswert waren die meisten Reiseteilnehmer, die uns begleiteten. Aber was die Location angeht, so heißt die Fahrerbesprechung des Jahres: Tsitsikamma. Wer hat schon seinen Arbeitsplatz mit solcher Brandung im Rücken unter der Sonne Afrikas?

 

 

Wir wollen nicht ganz verschweigen, daß wir nicht nur nette unkomplizierte Reiseteilnehmer hatten. Man kann noch so gut vorbereitet sein, die Organisation vom Kuga-Büro ist top, die Landschaft ist wunderschön und trotzdem kommt es einem so vor, als hätte man die Hand voller Asse doch das Leben spielt Schach. Manche Mitreisende machen einem das Leben schwer. Das wird dann zum Stresstest für uns Reiseleiter.

 

In solchen Situationen halten wir uns an den Werbeslogan von Audi:

"Wo ein Q ist, ist auch ein Weg."

Ja, wo ein Querdenker ist, ein Querulant, ein Quengler ist noch immer ein Weg gewesen, diesen ins Leere laufen zu lassen. Manchmal sind auch Krokodile als Verbündete in der Nähe.......

 

In der Regel handeln wir nach dem Wahlspruch: "Halte Dich von negativen Menschen fern. Sie haben ein Problem für jede Lösung!" Wenn man allerdings den Fakten-Check macht, kommt heraus, daß wir zum Glück wirklich nur sehr selten unzufriedene Zeitgenossen in unseren Reisegruppen haben. Und da nach Untersuchungen des Psychologie-Professors Roy Baumeister aus Florida negative Emotionen mehr Gedanken binden als positive, folgen wir den Anweisungen seines Artikels "Bad ist stronger than good". Mr Baumeister hat herausgefunden, daß fünf gute Gedanken den psychologischen Effekt von einem schlechten ausgleichen. 

So zeigen wir jetzt die Farben des Jahres 2016 .....und zwar fünf an der Zahl:

 

BLAU - wie das glasklare Wasser in der Bucht von ─îikat, in der wir im September auf der kroatischen Insel Lošinj eine traumhafte Woche im Rahmen des Kuga-Kundentreffens verbrachten.

 

 

GRÜN - wie die Riesenfarne, die uns auf der gesamten Neuseelandreise faszinierten, und die Tour zum Ausflug in eine Phantasiewelt werden ließen.

 

 

BLAUGRÜN - wie die zauberhafte Landschaft des Blyde River Canyons in Südafrika, der drittgrößten Schlucht der Welt, in die wir nun schon zum dritten Mal hinunterschauen durften.

 

 

ORANGE - wie die Felsen im Arches Nationalpark, in dem niemand weiß, wann der zarte Delicate Arch eines Tages vielleicht zusammenbrechen wird. Wir haben ihn live und in Farbe gesehen. Das kann uns keiner mehr nehmen.

 

 

SCHWARZWEIß - wie die Zebras, die in unserer Hotelanlage gleich die ersten Tage jeder Afrika-Reise zum Abenteuer werden lassen.

 

 

Oh je, nun haben wir uns aber ganz schön treiben lassen mit diesem Jahresrückblick. Zu viel ist geschehen als daß man die letzten 365 Tage in weniger Worte fassen könnte. Manches ging uns leicht von der Hand, manche Aufgaben waren große Herausforderungen, ab und zu mußten wir kämpfen. Aber manchmal sollte man weder mit noch gegen den Strom schwimmen, sondern einfach mal aus dem Fluß klettern und eine Pause machen. Wie mitten auf der großen Weltumrundung, die uns in 2016 wieder über Singapur, Sydney, Neuseeland, Hawaii und Los Angeles zurück nach Frankfurt brachte. Im neuseeländischen Kauri-Wald besuchten wir nämlich Yakas, einen der ältesten und größten Bäume der Welt.

 

 

Als wir an seinem gigantischen Stamm lehnten - aber auch jetzt wenn wir an ihn zurück denken - spüren wir die Emotionen des Jahres. Was hat dieser stille Riese wohl schon alles erlebt und überlebt: Kriege, Naturkatastrophen, Generationen kamen und gingen von dieser Erde aber Yakas steht stolz und gerade. Er lehrt uns Demut und Dankbarkeit, um mit dem zufrieden zu sein, was wir sind und was wir haben. Dieses "Jahres-Endgefühl" soll uns begleiten hinüber nach Zwotausendsiebzehn, in ein Jahr voller neuer Aufgaben und Herausforderungen für die Welt im Großen und Ganzen sowie für uns persönlich. 

 

Sollen die Brexiteure und Trumpisten die Welt ruhig in Atem halten. Wir werden wieder aus allen möglichen Blickwinkeln zuschauen. Von der Südhalbkugel aus Afrika, vom hohen Norden aus Kanada und Alaska und von Downunder von Australien aus.  

Wer weiß, welche Gedanken wir nächstes Jahr um diese Zeit zusammen getragen haben werden. Der Text auf dem T-Shirt einer Teilnehmerin unserer diesjährigen Südafrika-Reise soll zum Abschluß auch in den Status eines Spruchs des Jahres 2016 erhoben werden, wenn nicht sogar gleich für 2017.

Liebe Brigitte, zeig Dich!

 

"I haven't been everywhere, but it's on my list!"

 

Ist das nicht schön? Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.

 

Angela Merkel verkündete eine erneute Kanzlerkandidatur mit den Worten "Ich bin bereit". Dazu fällt uns der Werbespruch vom Toom Baumarkt ein "Respekt, wer's selber macht."........Aber das nur nebenbei! Auch wir sind sowas von bereit, das neue Jahr willkommen zu heißen.

 

Wir wünschen allen Freunden, Verwandten, Bekannten, langjährigen Lesern, ehemaligen und zukünftigen Mitreisenden und wer sich sonst noch durch diese endlose Abhandlung gequält und gekämpft hat, ein wunderbares 2017. Freut Euch mit uns gemeinsam darüber, auf dieser schönen Erde zu sein und in einem Land leben zu dürfen, in das die Hälfte der Weltbevölkerung gern auswandern würde. Egal wie weit und wie lange wir weg waren, wir kommen immer wieder gern in die Heimat zurück, in der das Trinkwasser besser schmeckt als irgendwo anders auf diesem Planeten.....vom Brot und Bier ganz zu schweigen. 

 

Wir wünschen Euch Gesundheit und Zufriedenheit in jeder Lebenslage.

Denn wenn man die Augen schließt, dann klingt der Regen wie Applaus......

 

Eure Globetrotter Kathrin und Hans-Hermann

 


 

 

 

 

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