. . . . aktuell online 24 - heute bisher 1154 - gestern 1538 - seit April 2009 zu Besuch 2523298 . . . . .

unser mobiles Leben......  
  ......stets aktuell
Samstag, 16. Februar  2019
Wir sind gerade in Lüderitz

Lüderitz singt mir aus der Seele

Ach, was geht es uns heute gut! Jeder freut sich auf diesen fantastischen Ruhetag. Ausschlafen, Luft schnappen, relaxen. Einer der schönsten Stellplätze dieser Tour!



Unsere Wohnmobile müssen gründlich gesäubert werden. Der feine Staub der Schotterpisten hat sich überall eingenistet. Das Klima ist wohltuend, so läßt es sich aushalten!

Einige Reiseteilnehmer machen sich auf den Weg zum Diaz-Kreuz. 1488 hatte der portugiesische Seefahrer das Land für seinen König beansprucht, indem er wie an anderen Stellen auch sein Kreuz in den Boden rammte. In einer Bucht findet man noch heute eine Nachbildung dieses berühmten Kreuzes.

Ebenso berühmt ist Kolmannskuppe, die Geisterstadt in der Wüste. Nur 13 Kilometer von Lüderitz entfernt bot sich eine Besichtigung an.

Hier war 1908 ein Diamant gefunden worden.

Daraufhin bauten die Deutschen eine Kleinstadt, mit allem, was dazu gehört - in eine lebensfeindliche Gegend.

Das Trinkwasser mußte extra aus dem 1000 Kilometer entfernten Kapstadt mit Schiffen angeliefert werden.

Neben einer Kegelbahn und einer Schule gab es auch ein Krankenhaus. Hier wurde das erste Röntgengerät Afrikas aufgestellt. Allerdings wurde es weniger für Knochenbrüche genutzt als für die Entdeckung versteckter Diamanten im Körper der Arbeiter. 1931 versiegte das Diamenten-Vorkommen. 1956 zog die letzte Familie aus Kolmannskuppe fort. Danach begann die Wüste, sich das Land zurück zu holen.

Die Stadt verfiel immer mehr. 1983 wurde sie eingezäunt und zu einem Freilichtmuseum erklärt. Heute kommen Touristen, um sich auf Führungen die Geschichte der Stadt erklären zu lassen.



Jeden Mittag setzt der Wind ein. Er treibt den Sand in die Häuser. In manchen Zimmern steht Sand mittlerweile fast bis zum oberen Rand der Türen. Je nach Lichteinfall ergeben sich ganz besondere Fotomotive.

Diamanten im Wert von fünf Millionen Karat wurden in den ersten sechs Jahren gefunden. Aufgrund der niedrigen Einwohnerzahl galt  Kolmannskuppe als die Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Heute ist sie einfach nur reich an Sand.

   

Auch Lüderitz selbst bot viel Geschichte und viel zu sehen. Die Felsenkirche ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde mit Spenden aus Deutschland finanziert und 1912 geweiht. Das Altarfenster war eine Spende von Kaiser Wilhelm II.



Die vielen bunten Häuser in Lüderitz springen ins Auge. Egal, ob alt oder neu. Viele Gebäude aus der Kolonialzeit sind noch gut erhalten. Die modernen Bauten bestechen durch ihre Lage auf felsigem Untergrund.

Wie man sieht, hatten wir alle einen ausgefüllten Tag.....den man gegen Abend bei einem Glas Wein ausklingen lassen konnte. So schön ist Namibia!

  Freitag, 15. Februar  2019  

Der wichtigste Bestandteil eines gesteckten Zieles ist der eingeschlagene Weg

Unser Ziel hieß Lüderitz und so begaben wir uns bei Tagesanbruch wieder einmal auf die Piste. Es hatte geregnet, so daß der lehmig-sandige Boden von tiefen Spurrillen durchzogen war. Wir fuhren etwas flotter, damit niemand stecken bleibt.



Bald schon war die C14 erreicht. Immer noch unbefestigt aber als eine der Hauptrouten in Topzustand. Die Straßenbedingungen in Namibia können sich von einem auf den anderen Tag ändern. Man darf sich darüber nicht ärgern, sondern muß dankbar sein für jeden Kilometer, den man glatt dahin rollen kann. Besonders in dieser gigantischen Landschaft!



In Helmeringhausen traf man sich zur Pause. Wieder einmal ein kleiner Ort mit vielen deutschen Wurzeln.

Vor allem der Apfelkuchen muß nach einem deutschen Rezept gebacken worden sein. Hier hält jeder an, der auf den staubigen Straßen Namibias unterwegs ist.



Nach dieser Stärkung rollten wir mit viel Energie weiter gen Süden. Immer wieder beeindruckt vom Farbenspiel Afrikas. Trotz der großen Trockenheit breitete sich das Land vor uns in den schönsten Farbtönen aus.



Dominierend die rote Erde unter blauem Himmel....



Dann plötzlich nahm das intensive Orangerot ein jähes Ende. Wir hatten uns bis zur B4 durchgeschlagen. Die Sandpiste endete abrupt und ging in eine nagelneue Teerstraße über.



Jetzt trennten uns nur noch 125 Kilometer vom gesteckten Ziel - von Lüderitz am Atlantik. Wir hätten die Wohnmobile mit Autopilot fahren lassen können. Es ging schnurgerade bergab von 1400 Metern auf Meeresniveau.



Auch hier wieder spannende Veränderungen in der Landschaft. Je weiter wir uns dem Atlantik näherten, desto ausgeprägter wurde die Wüste. Um uns herum wuchsen gelbe Sanddünen aus dem Boden. 



Und dann plötzlich war die Straße einfach zu Ende. Wir hatten unser Ziel erreicht. Shark Island! Eine felsige Landzunge in Lüderitz. Welche Kulisse!



Hier wollen wir morgen einen Ruhetag einlegen. Nach langen und durchaus fordernden Etappen haben wir uns das verdient. Einfach einmal durchatmen, Staub wischen, Seele baumeln lassen. Laut Statistik tobt auf Shark Island an 300 Tagen im Jahr kräftiger Sturm. Wir haben gerade eine Flaute erwischt. Gut so!

  Donnerstag, 14. Februar  2019  

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Es gibt viele Gründe, früh aufzustehen und sicherlich ebenso viele zum Ausschlafen. 

Heute gab es keine zwei Meinungen: Sonnenaufgang an der Düne 45.....wenn das kein Grund ist, um das Camp spätestens um 5:30 Uhr zu verlassen! 

Nach exakt 45 Kilometern Teerstraße (!) war der geräumige Parkplatz am Fuße des wohl typischsten Fotomotivs Namibias erreicht.

Jetzt galt es, noch bei Dunkelheit im kalten Wüstensand barfuß oder beschuht den Kamm hinauf zu klettern, um schneller als die Sonne zu sein.

Ein mystischer Moment, wenn in tiefer Stille im Einklang mit der Natur der Blick gen Osten fällt auf die erwachende Sonne!



In kürzester Zeit verfärbt sich die Dünenlandschaft von tief grau-violett in ein strahlendes orange-rot.



Bei Sonnenaufgang auf dem Balkon des Lebens! Na, wenn das keine Garantie für gute Laune ist!



Schnell wird es hell und warm. Der Abstieg zu den als Wagenburg aufgestellten Wohnmobilen ist bedeutend komfortabler als der Aufstieg.



Ein letzter Blick auf die weltbekannte Dame! Die Düne 45 wird uns für immer in Erinnerung bleiben. Da ganz oben haben wir unsere Spuren hinterlassen! Auch wenn der Wind sie in kürzester Zeit wieder verwehen wird. In unserer Seele bleiben die Spuren für immer.



Ein Stück weiter das Deadvlei! Eine uralte ausgetrocknete Tonpfanne. Mitten drin Akazienbäume, die schon vor über 500 Jahren abgestorben sind, als der Tsauchab-Fluß seinen Lauf änderte. Im heißen trockenen Wüstenklima überdauern sie nun schon Generationen.

Wie man sich denken kann, hatte uns die Piste irgendwann wieder. Auf frisch geschobenem Schotter machte das Fahren richtig Spaß.

Die Landschaft änderte sich. Wir mußten den Zarishoogte Pass erklimmen.



Für unsere Fahrzeuge überhaupt kein Problem. Danach schnurrten wir nur so über die Hochebene auf 1600 m.



Von der etwas größeren C-Straße ging‘s auf die kleine D831. Hier scheint es erst kürzlich geregnet zu haben. Immer wieder tauchten undefinierbare Pfützen vor uns auf. Jedes Mal ein Abwägen: Kommen wir besser links vorbei oder rechts oder auf einer kleinen gespurten Umfahrung?



Mehrmals ist es gut gegangen. Aber dann gerieten wir an unsere Grenzen! In diesen Matschrillen würden wir auf jeden Fall stecken bleiben. Was tun? Es blieb nur eine Möglichkeit: Umdrehen! Und einen Umweg nehmen. 

27 Kilometer kostete uns der Spaß.



Doch wie schaffen wir es, daß alle anderen auch sicher ans Ziel kommen? Unsere WhatsApp sollte die Gruppe warnen - aber auf dieser Etappe waren wir mehrmals ohne Netz gewesen. Ob die Nachricht wohl auch alle zuverlässig erreichen wird? Schnell noch ein alter Karton beschriftet! Ob auch jeder langsam genug einbiegen wird, um das Schild auch wahrzunehmen? Zur Sicherheit noch eine Steinbarriere! Das sollte reichen. Zwei Wäscheklammern mußten wir opfern. Aber was tut man nicht alles?

Ob die neu gewählte Umfahrung frei von Wasserstellen sein würde, konnten wir erst wissen, wenn wir sie geschafft hatten. Also los! Die schwarzen Gewitterwolken verhießen nichts Gutes.



Die Straße hatte etwas von einer Achterbahn. Hoch und runter und in der Senke sah es verdächtig danach aus, als ob sich dort wunderbar Wasser sammeln könnte, sobald der nächste Regenschauer kommt.



Letztlich schafften wir es alle heil ins Ziel. Das drohende Gewitter streifte uns nur am Rande. Wir übernachten auf einer Farm, die aus den Wirtschaftsgebäuden von Schloß Duwisib hervor gegangen ist. Dieses Herrenhaus hatte sich ein deutsches Paar 1909 mitten in die namibische Wildnis bauen lassen. Heute ist es ein Museum.



Auch wenn wir nicht im Schloß schlafen, so war unser SeaBridge Gruppenessen am Abend doch durchaus herrschaftlich. Nachdem alle das Oryxgulasch und frischen Apfelkuchen verspeist hatten und satt und zufrieden gemütlich beisammen saßen, stellte sich der junge Farmbesitzer unseren Fragen. So wurde uns Namibia noch auf andere, interessante Weise nahe gebracht.

  Mittwoch, 13. Februar  2019  

Über den Dünen.....muß die Freiheit wohl grenzenlos sein

Unser hübsches Camp in Solitaire mochten wir am Morgen gar nicht gern verlassen. Der angenehm sanft wehende Wind hatte die Wüstenhitze wunderbar erträglich gemacht und nachts kühlte sich die Luft ordentlich ab.



Wir wundern uns immer wieder, welche kleinen Paradiese nach hunderten von Kilometern staubiger Straße auf uns warten.

Alle ließen sich heute mehr Zeit als sonst, bevor sie dann doch wieder auf die erbarmungslose Piste gingen. Das ausgefahrene Wellblech nahm einfach kein Ende. Zum Glück standen uns auf dieser Etappe nur 83 Kilometer bevor.



Im Ziel dann Entspannung! Der Sesriem Canyon in der Nähe unseres Campingplatzes lud zum Wandern ein. Da konnten alle Körperteile ordentlich gelockert werden nach dieser elenden Rüttelei im Fahrzeug.

Ein Plakat am Wegesrand wies schon auf das Event hin, das am Nachmittag steigen sollte.

Zumindest hatten sich einige aus unserer Reisegemeinschaft dafür angemeldet:

Ein Flug über die Dünenlandschaft von Soususvlei!

Vor dem Start eine gespannte Erwartungshaltung. Nach der Landung überbordende Freude über ein einzigartiges Erlebnis!



Sogar unseren Campingplatz konnte man von oben gut erkennen.



In der Vergrößerung sieht man aus der Vogelperspektive, wie sich die Wohnmobile um die wenigen Schattenbäume herum gruppieren.



Die Sanddünen der Namib ändern je nach Feuchtigkeitsgehalt und je nach Sonnenstand ihre Farbintensität.



Mit einem Alter von etwa 80 Millionen Jahren ist die Namib die älteste Wüste der Welt und ein Ort mit extremen Lebensbedingungen. Temperaturen über 50°C sind keine Seltenheit. Hinzu kommen lang anhaltende Trockenperioden und häufige Sandstürme. Aus der Luft sieht sie einfach nur schön aus. Ein Meer aus rotem Sand!



Morgen früh bei Sonnenaufgang haben wir einen Termin mit einer ganz speziellen Düne. Mit der Düne 45! Genau so viele Kilometer muß man nämlich auf Teerstraße (!) vom Camp fahren, bis links ein einziger kräftiger Baum mitten in der Wüste steht, der zu den meist fotografierten Namibias - wenn nicht ganz Afrikas zählt. 

Dahinter zieht der Kamm einer 170 Meter hohen Düne bis hinunter zum Parkplatz, so daß es einer Einladung gleichkommt, hinauf zu steigen. Am besten vor Sonnenaufgang, damit man das Farbenspiel der ersten Sonnenstrahlen intensiv erleben kann. Von oben konnten sich das alle "Flieger" schon einmal genau ansehen.



Die junge Pilotin flog ihre Cessna bis zum Meer. Dort wo das Sandmeer auf den Atlantik trifft.

Ein grandioser Anblick!



Beim abendlichen Beisammensein gab Eberhard ein paar Kartons Wein aus und alle, die den Flug nicht live erlebt hatten, bekamen anschaulich geschildert, welches Highlight dieser Tag wieder einmal geboten hatte.

  Dienstag, 12. Februar  2019  

Vom Atlantik in die Wüste - von 0 auf 1000 Meter

7:17 Uhr  Start in Swakopmund
Wir wollen die kühlen Morgenstunden nutzen, um einen Teil der Strecke zu schaffen, bevor die Wüstenhitze zuschlägt. 14 °C und Küstennebel lassen nicht vermuten, daß wir Stunden später ein eiskaltes Bier in der Namib brauchen werden, um die Körperkerntemperatur herab zu kühlen und den Staub aus der Kehle zu spülen. 

8:23 Uhr  Salzstraße endet - geht in Gravel Road über
86 Kilometer der zu bewältigenden 270 sind geschafft. Die steinharten, glatten Salzstraßen sind eine Besonderheit an der Küste Namibias. Sie werden immer wieder mit Meerwasser besprüht und gewalzt und lassen uns dahin rollen wie auf Teer. Leider lag dieses Stück gar zu schnell hinter uns.



8:44 Uhr  Wüstensand und Straße fast nicht zu unterscheiden
Im Dunkeln würden wir hier nicht gern lang fahren. Wir haben unser Navi, das einen geraden Strich in der Landschaft anzeigt, aber ansonsten fehlt jegliche Orientierung. Keine Telegrafenmasten entlang der Straße, keine Fahrbahnmarkierung am Seitenstreifen (HaHa!).....einfach nur flache steinigsandige Landschaft und wir mittendrin. Bloß nicht vom Weg abkommen und im weichen Sand festfahren!



9:02 Uhr  Erste Konturen am Horizont
Trockene flache Gräser und Berge in weiter Ferne! Die Augen freuen sich, der Nebel lichtet sich, es gibt also doch noch mehr als platte Wüste.



9:20 Uhr  Bäume!
Die Einöde wird unterbrochen von Bäumen und die Landschaft wächst vor unseren Augen. Es geht tatsächlich einen kleinen Berg hinauf. Nach gut zwei Stunden Fahrt ohne Orientierungspunkt hebt sich der Horizont.



9:27 Uhr  Blauer Himmel!
Bäume, Vogelnester, blauer Himmel. Wir sind raus aus der Küstenzone. Die Sonne, die wir wirklich schon vermißt haben, strahlt wieder vom afrikanischen Himmel.



9:48 Uhr  Die erste Staubwolke
Nach zweieinhalb Stunden Einsamkeit stellen wir fest, daß außer uns doch noch andere Autofahrer diese Straße benutzen. Da die C14 tief hinein führt in die Namib Wüste, war uns niemand entgegen gekommen, denn die nächste Zivilisation ist Stunden entfernt und keiner ist so verrückt, im Dunkeln zu fahren. Von hinten war auch niemand gekommen, da wohl sonst keiner so früh in Swakopmund startet wie wir an diesem Tag. Doch jetzt freuen wir uns über diese Staubwolke. Menschliches Leben in Reichweite! Wir werden von einem Jeep überholt.



10:17 Uhr  Die erste Engstelle
In der unendlichen Weite der Namib warnt uns das Schild vor einer Engstelle. Wir sind gern bereit, Warnungen ernst zu nehmen. Aber diese ließ uns schmunzeln.



10:37 Uhr  Landschaft wird interessant
Nun geht es langsam in die Berge. Es scheint, als ob hier kein Leben mehr zu finden ist. Treu und brav rollen unsere Camper voran. In der Ferne windet sich die Straße....



10:48 Uhr  Träum ich oder wach ich? Teer! Wirklich Teer?
Wir erreichen den Kuisib Canyon. Plötzlich mitten in der Einöde Teer und Beton....



10:49 Uhr  Rüber über die Canyonbrücke 

Auf der anderen Seite verschwindet die Teerdecke ebenso schnell, wie sie gekommen war.

11:05 Uhr  Achterbahn in der Wüste
Wir haben Abwechslung im Fahrterrain. Hoch und runter und wieder hoch! Und das alles auf feinstem Waschbrett!



11:11 Uhr  Please do not Litter
Bitte keinen Müll wegwerfen! Mitten in dieser Mondlandschaft ohne Ortschaften, ohne noch so bescheidene menschliche Behausungen, ohne andere Verkehrsteilnehmer, ohne Imbiss, ohne Eisdiele, ohne Biergarten.....dieses Hinweisschild! Irgendwie unwirklich!



11:17 Uhr  Die erste Kreuzung
Exakt vier Stunden nach dem Start in diesen Tag treffen wir auf eine Straßenkreuzung. Sie ist schon von weitem zu sehen. Links ginge es auf Schotter nach Windhoek. Da waren wir erst vor kurzem. Also weiter geradeaus nach Solitaire.



11:25 Uhr  Grater in Sicht
Diese Höllenmaschinen sollen die Schotterpisten glatt machen. Sie kratzen die Oberfläche der Straße ab und schieben den Schotter zur Seite. Und formen dabei exakte gerade deichförmige Ränder. Leider merken wir nichts von den Straßenarbeiten. In beiden Richtungen ist der Zustand der Gravel Road grottenschlecht.

11:41 Uhr  Gaub Pass
Der Pass ist erreicht. Wir sind mittlerweile wieder auf 1000 m Höhe. Die Mondlandschaft hat Höhen, Tiefen und Kurven. Sehr gut! Das hält wach. Wobei man sich nicht vorstellen kann, daß jemand bei diesem Gerüttel und Geschüttel einschläft. Gut, daß wir die Tassen aus dem Schrank genommen und alles Zerbrechliche unter die Bettdecke gesteckt haben.



11:49 Uhr  Tropic of Capricorn
Wir haben den Wendekreis des Steinbocks nach Süden überschritten, sind also de facto wieder raus aus den Tropen. Das Thermometer zeigt satte 36 °C. Nichts mehr zu spüren vom kalten Benguela Strom, der uns in Swakopmund hat zu den Jacken greifen lassen. So heiß können die Subtropen sein!



12:16 Uhr  Der erste rote Sand
Wir nähern uns dem Ziel, man sieht es an der Farbe des Sandes. Eisenoxid färbt die Dünen orangerot. Der schier endlose Zaun soll verhindern, daß Oryx-Antilopen und Springböcke auf die Straße laufen. Dieses Konzept haben die Böckchen aber nicht durchschaut. Sie springen einfach drüber.



12:34 Uhr  Links auf unbefestigte Straße - 12:50 Uhr  Oase
Unser Navi hat keine Lust mehr auf Staub, Schotter, Hitze und Rüttelpiste. Aus dem Nichts heraus will es uns nach links rausholen auf eine Allrad-Strecke. Wahrscheinlich hat das Hinweisschild "Oase" wie eine Fata Morgana gewirkt. Alles was neben der C14, auf der wir uns nun schon seit Stunden durchmassieren lassen, wie ein Weg aussieht, ist Four-Wheel-Drive. Es gibt schlichtweg keine andere auch nur annähernd befahrbare Straße zu den Dünen von Sossusvlei. Daher können wir dem Navi diese Flausen nicht durchgehen lassen. Wir ignorieren den Links-Ab-Befehl und halten weiter die Spur.

13:06 Uhr  Einstellig
Die Zahl für die noch verbleibenden Kilometer fällt in den einstelligen Bereich. Bald werden wir diese imposante Bergwelt am linken Straßenrand verlassen und auf die C19 einschwenken. Genau an der Kreuzung zweier Straßen liegt dann der Ort Solitaire.



13:27 Uhr  Im Ziel
Solitaire, was als Name ja bereits so etwas wie „einsam“ bedeutet, ist auf jeder Straßenkarte eingezeichnet. Dabei handelt es sich nicht um eine Stadt, sondern um folgendes: Tankstelle, Lodge, Campingplatz, kleines Restaurant und Bäckerei. Der Apfelstreuselkuchen ist weltbekannt. Zumindest kennt ihn jeder, der jemals durch Namibia gereist ist. Wir gönnen uns und unseren Fahrzeugen eine Pause und lassen den Tag hier ausklingen. Bei eisgekühltem Faßbier in eisgekühlten Gläsern zu ofenwarmem Apfelkuchen - eine teuflisch gute Kombination!

  Montag, 11. Februar  2019  

Die Wüste lebt!

Die Namib ist eine der seltenen Küstenwüsten der Welt. Wo sonst reicht der Sand ab 160 Kilometer vom Landesinneren bis direkt heran an den Atlantik? Seit 2013 stehen weite Teile als Namib-Sandmeer unter dem Schutz der UNESCO. Besonders bekannt ist der Abschnitt zwischen Swakopmund und Walvis Bay. Weiter südlich ist die Wüste auf etwa 500 Kilometern als Diamanten-Sperrgebiet unzugänglich. 

Grund genug, heute eine Allrad-Dünentour zu unternehmen.

Tommy ist ein Unikum in Swakopmund. Bereits seit 23 Jahren schafft er es, interessierten Menschen die Geheimnisse der Wüste nahezubringen. Er läßt seine Blicke schweifen, entdeckt Spuren von kleinen Wüstenbewohnern und fängt an zu buddeln.



Wir standen gespannt im Kreis um ihn herum und konnten kaum glauben, was wir sahen. Mit bloßen Händen hatte er einen fast durchsichtigen Gekko ausgegraben, den er nun behutsam in Händen hielt. Wie gut, daß der für Swakopmund so typische Morgennebel die Sonne fern hielt. Das kleine zarte Tierchen kann nur unter der Erdoberfläche existieren und wir hätten es bei Sonnenschein nicht so ausgiebig betrachten können.

Immer wieder überraschte Tommy uns mit einem plötzlichen Stopp, weil er neue frische Spuren im Sand entdeckt hatte. Wenn wir aus dem Jeep ausstiegen und uns der Stelle näherten, auf die Tommy seinen Stock deutete, dann sahen wir meistens: NIX.



Zumindestens dauerte es eine ganze Weile, bis wir die Augen der Sandviper von der Umgebung unterscheiden konnten. Wenn die Schlange aber plötzlich an die Oberfläche kam, dann schlängelte sie sich parallel zur Düne bergauf und war dabei unsagbar schnell. Ihre Spuren erinnerten fast an eine Treppe.

Wie gut, daß Tommy nicht von der Viper gebissen wurde. Das kleine Tierchen ist verdammt giftig. Wir bangten schon um Tommys nackte Zehen. Dafür biß dann die an ein Mini-Krokodil erinnernde Eidechse kräftig zu.



Weiter ging die Dünentour stets mit einem wachen Auge, ob sich auch ein Chamäleon zeigen würde. Allein die spannende Fahrt durch den farblich wechselnden Sand war ein Erlebnis.



Unglaublich - diese Weite!



Gegen Mittag kam die Sonne genau in dem Moment hinter den Wolken hervor, in dem wir den Scheitelpunkt der Düne erreicht hatten, die uns den besten Ausblick auf den Atlantik bot.



Alle waren begeistert von diesem interessanten und spektakulären Ausflug! Und wie beurteilen die Reiseleiter das Wüstenerlebnis? Sie fanden es SPITZE!



Mit diesem grandiosen Bild vor Augen verabschieden wir uns von Swakopmund. Morgen soll es auf einer langen Schotter-Etappe tief ins Landesinnere hinein gehen, denn auch die Dünen von Sossusvlei gehören zur Namib-Wüste.



Vorher aber wurde beim abendlichen Briefing nochmals aufs Bergfest angestoßen. Wir gedachten der tollen Erlebnisse, die wir bereits als Erinnerungen abgespeichert haben. Die zweite Hälfte wird nicht weniger spannend und erlebnisreich werden! Versprochen!

  Sonntag, 10. Februar  2019  

Austern-Frühstück in der Walfischbucht

Nach vielen Tagen Großwild-Safari standen heute die Meeresbewohner auf dem Programm. In Swakopmunds Nachbarort Walfischbucht, dem bedeutendsten Hafen Namibias, bestieg unsere Gruppe heute ein zweigeschossiges Boot und ließ sich hinaus schippern auf den kalten, grauen Atlantik. Diese Gegend wird der „Kühlschrank Namibias“ genannt. Bei unserer Anreise gestern war das Thermometer um satte 15 Grad gefallen. Leider verhüllte die feuchte Seeluft auch alle Sonnenstrahlen, so daß unsere Fotos heute einen ungewohnt grauen Himmel tragen. 

Robben und Pelikane sind natürlich clevere Tiere. Wenn ein Skipper einen Fisch in der Hand hält, dauert es nicht lange, bis sie an Bord kommen, um ihn sich zu holen.



Keine Angst vor großen Schnäbeln! Die Pelikane beißen nur zu, wenn es riecht und aussieht wie Fisch......

Ihre Größe ist allerdings beeindruckend. Besonders, wenn sie ihre Flügel ausbreiten. Satt und zufrieden ziehen die Pelikane weiter - nix mehr zu holen!

Die Robbenkolonie riechen wir, bevor wir sie sehen.



Etwa 40.000 Tiere wohnen auf dieser Sandbank.



Weil heute der erste Teil unserer Reise zu Ende geht, weil wir nun 30 Tage unserer 60-Tage-Tour miteinander unterwegs sind, weil wir praktisch Bergfest feiern können.....und weil das Leben schön ist, im Allgemeinen und im Besonderen in Afrika, gönnen wir uns ein Austernfrühstück mit Sekt an Bord. Frischer geht‘s nicht!

 

Gisela & Dieter sowie einige andere hatten noch nie im Leben eine Auster probiert. Nun wurde es aber höchste Zeit! Die beiden tranken sich erst etwas Mut an. Dann Augen zu! Kopf in den Nacken! Einmal schlürfen! Zweimal kauen! Aaaah! Der Gesichtsausdruck spricht Bände!

Und das nicht nur bei Gisela!

Auch Nicole schaut verblüfft, nachdem die Robbe sie geküßt und sich dann doch nicht in einen Prinzen verwandelt hat.

So ging ein schöner Ausflug zu Ende.

Für den Rest des Tages hatten alle individuelle Pläne in einem Städtchen, das viel zu bieten hat.

 


 

Nach oben