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Montag, 10. Juni  2019

Wir sind gerade in Vancouver / Flughafen

Glückliches Ende einer Traum-Tour
 
Wir melden uns vom Flughafen Vancouver. Gegen 8:30 Uhr trudelten alle Wohnmobil-Besatzungen bei Fraserway in Whitehorse ein und wurden ruckzuck abgefertigt. Es wurden keine Löffel gezählt und auch sonst nichts pingelig kontrolliert. 
 
In Minutenschnelle waren wir unsere Fahrzeuge los. Ein Shuttle-Bus brachte uns in mehreren Schüben zum kleinen Flughafen von Whitehorse. Dort gab es ein paar Herzklopf-Momente, weil wir Reiseleiter als letzte kamen, nachdem wir gewartet hatten, bis auch die letzte Abnahme erledigt war. Angeblich sei das Flugzeug voll, bekamen wir beim Einchecken zu hören. Na, TOLL!
 
Also verabschiedeten wir uns auf die Schnelle von unseren Tour-Teilnehmern, die bereits in der Reihe standen zur Sicherheitskontrolle. Das Schicksal hatte ein Einsehen und belohnte uns für die Ruhe, die wir bewahrt hatten. Vielleicht war das Ganze auch nur ein Test gewesen.......jedenfalls fand der Computer irgendwann doch unsere Buchung und wir durften im letzten Moment mit an Bord.
 
Nach zweistündigem Flug Touchdown in Vancouver. Unsere Koffer sind bereits durchgecheckt bis Frankfurt. Um 16:20 Uhr starten wir wieder durch: Nachtflug über den Atlantik! Morgen Vormittag erwartet uns hoffentlich die Heimat sommerlichem Juni-Wetter. Die dunklen Wolken lassen wir zurück in Kanada......
 
Allen hat die Reise super gefallen. Auch uns Reiseleitern. 
Damit beenden wir die Berichterstattung und freuen uns auf einen ruhigen Heimflug und auf zuhause. 
 
Eure Kathrin & Hans-Hermann
 

  

 

Sonntag, 09. Juni  2019

 

Letzte Grenze, letzte Zeitumstellung, letzte Bärensichtung, letzter Abend

Heute ein letzter relativ kurzer Fahrtag, dann Koffer packen und rein in den Abschiedsabend mit vollem Programm. Es ging so schön zu Ende, wie die gesamte Reise verlief.
 
Die letzte Etappe bot wieder skurrile Landschaft auf dem White Pass, der Grenze zwischen Alaska und Kanada.
 
 
Auch die Bahn fährt hier ab und zu vorbei durch eine Gegend wie im Reich der Gnome und Hobbits.
 
 
Eine Panoramastraße führte uns dicht am Ufer eines Gletschersees entlang.
 
 
Beim Städtchen Carcross standen wir plötzlich in den Dünen. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Wüste, sondern um die Überreste der Eiszeit, die sich auf dem Boden eines Gletschersees gesammelt hatten. Der See verschwand, als die Gletscher sich zurück zogen und hinterließ einen zwei Kilometer langen Dünengürtel.
 
 
Im Roadbook war ein letzter Aussichtspunkt beschrieben: Der türkisgrüne Smaragdsee.
 
 
Ein letztes Mal freuten wir uns über Bären am Straßenrand - so schön!
 
 
Wir waren erleichtert, als alle heil ins Ziel kamen, denn so ein Schwarzbär, der plötzlich über die Straße läuft, ist nicht ungefährlich. Meist kann man aber sehr weit in die Ferne schauen und sieht den Burschen, bevor er kreuzt.
 
 

Bei Ankunft auf dem Campingplatz die übliche Frage:

Wie viele Bären gesichtet?

Hans-Hermann hatte gewissenhaft seine Statistik weiter geführt, auch wenn die Bären sich in Alaska sehr viel rarer gemacht hatten als auf der Kanada-Schleife. So wurde natürlich ein Sieger ermittelt.

Das Bären-Königspaar Gisela und Rüdiger erntete viel Applaus und bekam eine Urkunde mit Trophäe überreicht.

Bei einem guten Essen ließen wir unseren letzten gemeinsamen Abend ausklingen mit Reden und Geschenken und einer letzten Runde Whiskey vom Königspaar. Nun noch eine letzte Nacht im Wohnmobil und dann sind wir wirklich am Ende angekommen.....

 

Samstag, 08. Juni  2019

 

Haines - Skagway 7 Kilometer & 29 Seemeilen

Viel Zeit hinterm Steuer verbrachten wir nicht an diesem Pfingstsamstag 2019. Bis zum Mittag wurde das Städtchen Haines zu Fuß erkundet. Das Wetter war so lala, bedeckt aber warm. Viel ist nicht zu sehen in der Main Street, der kleinen Hauptstraße, die bis hinunter zum Wasser reicht. Wir besuchten auch das alte Fort Seward, dessen Offiziershäuser in den frühen 1900er Jahren bereits Badewannen und Toiletten mit Wasserspülung hatten, während anderswo Plumsklos im Garten standen. Dann warfen wir noch einen letzten Blick auf den Fischerhafen und fuhren die 6,5 Kilometer bis zum Fähranleger. So weit, so entspannt!
 
 
Alle waren überpünktlich zur Stelle. Wir Reiseleiter hatten am Vortag bereits mit dem "Bodenpersonal" alles abgeklärt und sicher gestellt, daß unsere Reservierung auch im Computer war. Zwei Stunden vor geplanter Abfahrt checkten wir unsere Gruppe ein und holten für alle die Boarding-Pässe. Und schon ging‘s los. Rampe runter, rein in den Schiffsbauch, wenden und rückwärts in die Spur rollen. Nur eine Stunde sollte die Überfahrt dauern. 
 
Alle waren begeistert von der Fjordlandschaft und genossen die Seefahrt in vollen Zügen. Die Strecke von Haines nach Skagway ist das letzte Stück der Inside Passage, die sich entlang der Westküste Kanadas und Alaskas durch etwa 1000 Inseln hindurch immer tiefer hinein in die nordische Wildnis erstreckt. 
Gern hätten wir noch länger diese entspannte Art des Reisens genossen aber schon bald ging es in eine leichte Rechtskurve und wir konnten unseren Zielhafen sehen. Im Hafen von Skagway lagen zwei große Kreuzfahrtschiffe vor Anker und nun kam die SeaBridge-Gruppe auch noch dazu, um die City unsicher zu machen.
 
 

Das ehemalige Goldgräberstädtchen Skagway ist im Jahre 1898 stehen geblieben, als die Goldfelder am Klondike entdeckt wurden und sich über 100.000 hoffnungsfrohe Menschen auf den Weg machten, um ihr Glück zu suchen.

Mitten in Skagway erinnert eine Statue an diese Pioniere, die sich mitsamt ihrer Ausrüstung einen mühsamen Weg über die Berge suchen mußten.

 
Der Ort ist rein äußerlich zwar ein historisches Städtchen mit Holzbürgersteigen und Häusern, vor denen gut und gerne ein Cowboy sein Pferd anbinden könnte, aber das Zentrum sprudelt über vor modernen Souvenir-Geschäften, Juwelieren, Gaststätten und Cafés. Kein Wunder, legen doch jeden Tag aufs Neue riesige Kreuzfahrtschiffe im Hafen an.
 
 
Trotzdem ist der Charme der vorletzten Jahrhundertwende erhalten geblieben. Besonders zu spüren ist dies auch im Red Onion Saloon. Zur Goldrausch-Zeit florierte im Obergeschoß ein Bordell. Heute stehen die Leute Schlange, um einen Tisch im Saloon zu ergattern.
 
 
Aus der guten alten Zeit stammt auch die Schmalspurbahn, die heute noch in Benutzung ist und zur Freude der Touristen bis hinauf zum White Pass fährt.
 
 
In den mindestens acht Monaten, in denen in diesen Breitengraden Winter herrscht, kam eine Fräse zum Einsatz, die vor der Dampflok fuhr und sich durch die hohen Schneewehen kämpfte.
 
 
Auch wir werden morgen den White Pass erklimmen auf den Spuren der Goldgräber. Es ist die einzige Möglichkeit, Skagway auf dem Landweg zu verlassen. Jede noch so schöne Reise geht einmal zu Ende und so müssen auch wir unser Ziel Whitehorse ansteuern, wo sich der zweite Kreis schließen wird.

 

Freitag, 07. Juni  2019

 
 
Über den Chilkat Pass zur Inside Passage
 
Am Morgen hieß es Abschied nehmen von der beeindruckenden Landschaft des Territoriums Yukon. Wir fuhren entlang des Kluane Nationalparks auf guten Straßen wieder in Richtung Alaska. Unterwegs konnten sich die meisten Tour-Teilnehmer wieder über spannende Tierbegegnungen freuen. Renate und Wolf trafen einen der scheuen Luchse und eine Elchmutter beim Baden. Diesen Glücksfall feierten die beiden bei unserer abendlichen Besprechung mit einer Runde „Häppchen“ für alle.
 
 
An den Million Dollar Falls machten wir eine kleine Wanderung. 46 Stufen hinab! Da hier überall Bärengebiet ist, klopften unsere Herzen natürlich in leichter Aufregung. Schließlich hatten wir erst kurz vorher am Straßenrand einen kapitalen Schwarzpelz gesehen.
 
 
So schön der Spaziergang über den Plankenweg entlang des Wasserfalls auch war, irgendwie war man hinterher erleichtert, wieder im Wohnmobil zu sitzen.
 
 
Unsere Etappe brachte uns hinauf auf 1070 Meter Höhe, auf den Chilkat Pass. Die Fahrt durch das Plateau auf hochalpiner Landschaft war ein Genuß für die Sinne.
 
 
Dann rauschten wir wieder hinab durch dichten Wald und plötzlich wären wir fast in Amerika angekommen, ohne es zu merken, so viel Schwung hatten wir. Alaska hatte uns wieder!
 
 
Welcome to Haines! Dieses Städtchen wurde 1881 von Missionaren gegründet und ist heute eine Hafenstadt auf der langen Perlenkette der Inside Passage. Dieser Seeweg vor der Küste Alaskas erinnert an die berühmte Hurtigroute in Norwegen. Wir werden morgen mitsamt den Wohnmobilen das letzte Teilstück befahren, bis zum nördlichsten Hafen nach Skagway. Am frühen Nachmittag werden wir in See stechen.
 
 
Bis dahin verbringen wir die Nacht an der Wasserkante nahe des kleinen Seglerhafens.
 
 
Kreuzfahrtschiffe ziehen direkt vor der Haustür majestätisch durch den Fjord aber wir schlafen lieber in unseren Wohnmobilen im Oceanside RV Park. Schön ist‘s hier!
 

 

Donnerstag, 06. Juni  2019

 

Zurück im Yukon Territory

Die Gegend um Destruction Bay ist ein beschauliches, hügeliges Land irgendwo zwischen Nordwest-Alaska und Südost-Alaska, also nicht dort, wo der Immobilienmakler euphorisch "Lage, Lage, Lage!" ruft. Es ist ein kleiner Zipfel Kanadas, der in den 49. Bundesstaat der USA hineinragt und dadurch verhindert, daß man auf dem Landweg quer durch Alaska fährt, ohne eine Grenze überschreiten zu müssen. 

So zeigten wir wieder einmal die Pässe vor und antworteten auf die Fragen des Zollbeamten wahrheitsgemäß, daß wir kein Cannabis, keine Waffen und kein Feuerholz an Bord haben. 

Und schon befanden wir uns in der westlichsten Stadt Kanadas, in Beaver Creek. 

Einwohnerzahl: 93!

Die Straßen sind im Rahmen eines gigantischen Bauprojektes erst kürzlich überhaupt durchgehend geteert worden. Trotzdem fühlten wir uns wie auf einer Achterbahn.

Die Menschen, die hier wohnen, behaupten, es sei die Gegend mit der höchsten Grizzly-Population in ganz Nordamerika. Wir können zumindest bestätigen, daß wir einige dieser pelzigen Gesellen heute zu Gesicht bekamen.



Eine Bären-Mama mit ihren beiden Jüngsten verspeiste in aller Ruhe am Seitenstreifen Blütenknospen und ließ uns ganz nah heran, ohne sich gestört zu fühlen.

Wir blieben bestimmt eine halbe Stunde einfach nur stehen in stiller Beobachtung und Freude.



Dann aber erreichten wir den Kluane Lake, den größten See im Yukon.



Bei unseren Plätzen mit Wasserblick war einer noch schöner als der andere. Ein traumhaftes Fleckchen Erde!

Nach unserem abendlichen Briefing gab‘s schon wieder Kulturprogramm. Ein Countrysänger-Duo sorgte für Stimmung und wem es trotz Wolldecke zu kühl wurde, der mußte eben das Tanzbein schwingen.

Oder - alternativ - ein Lagerfeuer anzünden. Wir erleben die weißen Nächte des Nordens. So nah am Polarkreis wird die Nacht zum Tag. Viel zu schade zum Schlafen. Um 23 Uhr steht die Sonne noch auf den Bergen.

Das Bett ruft - aber wir hören es nicht!

 

Mittwoch, 05. Juni  2019

 

Der erste Kreis schließt sich

Good bye Valdez - Hello again Tok!

Es gab natürlich schon viele Gründe, weshalb wir den Wettergott um klare Luft und Sonnenschein gebeten haben: Die Fahrt auf dem Icefield Parkway, der Besuch des Denali Nationalparks, der Flug zum höchsten Berg Nordamerikas, die Schiffstour zur Walbeobachtung und all die anderen schönen Etappen durch Kanada und Alaska. Aber auch heute war es nicht unwichtig, einen blauen Himmel als Foto-Hintergrund zu haben. Und was soll man sagen - wir wurden wieder einmal erhört. Danke dafür!

Von Valdez gibt es nur genau eine Straße, die hinaus in die Welt führt - und die verläuft durch ein Tal und über einen Pass. Im Winter ist sie nicht selten von Lawinen verschüttet. Dann gibt es nur noch die Möglichkeiten, mit Schiff oder Flugzeug die Stadt zu verlassen. Wie gut, daß uns das erspart blieb, denn das Tal ist zauberhaft mit all den Wasserfällen, die man mit Namen wie Pferdeschwanz oder Brautschleier versehen hat.

Unsere Etappe führte über den 820 m hohen Thompson Pass. Daß Valdez eine schneereiche Gegend ist, glauben wir sofort.

Wir fühlten uns winzig klein, als wir auf diese massiven Bergwände zusteuerten.

Ein sonniges Hochtal führte uns zum Worthington Gletscher.

Erschreckend, wie stark der Klimawandel in Alaska zu spüren ist. Viel war von dem mächtigen Eisfeld nicht mehr zu sehen, hauptsächlich graue Moräne.

Aus der Ferne beim Blick zurück eröffnete sich dann aber doch noch die Sicht auf eisige Höhen.

Wir fuhren an kristallgrünen Schmelzwasser-Flüssen entlang. Alaska - das ist Wasser, Schnee, Berge und Wälder......

.......ach ja, und Elche! Wenn man nicht hochkonzentriert fährt, dann kann es brenzlig werden. Es gibt wenig Gegenverkehr, praktisch gar keinen Verkehr der unsere Wege kreuzt, keine Fußgänger, so gut wie keine Fahrrad- oder Mopedfahren aber wenn jemand die Straße vor uns überquert, dann Elch oder Bär.

An einem Aussichtspunkt mit Parkplatz neben der Straße konnten wir einen Blick auf Mount Wrangell werfen, einen aktiven Vulkan. Die Ureinwohner nennen ihn „K’eltaeni - der, der das Wetter macht“.

Insofern scheinen wir ein gutes Verhältnis zu diesem K‘eltaeni zu haben. Unser Wetter war jedenfalls heute perfekt. Und um dem Tag auch noch einen perfekten Abschluß zu geben, zeigte Hans-Hermann im Gemeinschaftsraum des Campingplatzes eine Präsentation zu unserer Afrika-Reise, die wir für SeaBridge zu Beginn des nächsten Jahres durchführen werden. Man muß ja Ziele haben!


                      

 

Dienstag, 04. Juni  2019

 

Chillen! Die Kunst, nichts zu tun, ohne sich zu langweilen

Der Tag war heute wolkenlastig aber nicht komplett unsonnig. Ein ruhiger, unspektakulärer Tag, um all die vielen Eindrücke der letzten Wochen einfach einmal sacken zu lassen. Ganz nach dem Motto: „Was machst Du?“ „Aufräumen!“ „Im Liegen?“ „Ich sortiere Gedanken nach Farben!“
 
 
Wir mußten nicht fahren, wir mußten nicht auf die Uhr schauen, wir hatten sozusagen Urlaub. Dieser freie Urlaubstag wurde individuell ganz unterschiedlich genutzt. Wobei man den Eindruck haben konnte, daß die Fraktion der Wäschewascher deutlich in der Mehrheit war. 
 
In Valdez gibt es nicht viel, was einen beim Gedankensortieren ablenken könnte. Jeder machte über kurz oder lang einen mehr oder weniger kurzen oder langen Spaziergang. Dabei boten sich kleine Wanderwege an, ein Gang ins Museum oder - immer wieder schön - der Hafen!
 
 
 
Nach all den atemberaubenden Highlights dieser Reise, tat ein eher unterbelichteter Tag auch ganz gut. Neben den vielen Kronleuchtern, den Spotlights, den Flutlichtern, die diese Tour zu einem strahlenden Gesamtkunstwerk werden ließen, rufen wir dem heutigen Tag ganz leise zu: 
Kannst du kein Stern am Himmel sein, sei eine Lampe im Haus!“ 

  

 


 

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